Der Euro auf dem Balkan - EZB-Direktor warnt vor Gefahren von Fremdwährungskrediten

EZB-Direktor Benoit Coeure hat vor den Gefahren der weit verbreiteten Nutzung des Euro in westlichen Balkanstaaten ausserhalb der Währungsunion gewarnt.
22.09.2017 11:18
Die Brücke von Mostar: EZB-Direktor Benoit Coeure warnt vor Absturzrisiken mit Euro-Krediten auf dem Balkan.
Die Brücke von Mostar: EZB-Direktor Benoit Coeure warnt vor Absturzrisiken mit Euro-Krediten auf dem Balkan.
Bild: Sven Wolter

Bei starken Wechselkursschwankungen könne es passieren, dass Haushalte und Firmen in Fremdwährung aufgenommene Kredite "plötzlich" nicht mehr bedienen könnten, warnte der Franzose am Freitag in seiner Rede in Sarajevo.

In der in der jüngsten Vergangenheit von zahlreichen Krisen und Kriegen heimgesuchten Region auf dem westlichen Balkan ist der Euro ein weit verbreitetes Zahlungsmittel: Mehr als die Hälfte der Konten und der Kredite laufen auf Euro.

Dass Kredite in Fremdwährungen Risiken bergen, mussten in der Vergangenheit auch Bürger in anderen osteuropäischen Staaten erfahren - etwa in Polen und Ungarn. Dort waren Franken-Kredite einst gefragt wegen günstiger Zinsen. Zum Problem wurden sie, als im Zuge der Euro-Krise die Schweizer Währung deutlich an Wert gewann.

(AWP)