Der Referenzzinssatz bleibt bei rekordtiefen 1,5%

(Neu: Stellungnahmen HEV und Mieterverband, insbesondere Abschnitte 3 und 4 nach dem Lead, Meldung durchgehend ausgebaut) - Der Referenzzinssatz verbleibt auf dem rekordtiefen Stand von 1,5%, auf den er Anfang Juni gefallen ist. Die Mieterinnen und Mieter in der Schweiz können deshalb vorerst keine neuen Ansprüche auf eine Senkung ihrer Mieten geltend machen.
01.12.2017 09:17

Der Durchschnittszinssatz, der per 30. September 2017 ermittelt wurde, ist gegenüber dem Vorquartal von 1,58% auf 1,56% gesunken, wie das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) am Freitag mitteilte. Der Referenzzinssatz bleibt somit kaufmännisch gerundet weiterhin bei 1,5%.

Aus diesem Grund ergebe sich seit der letzten Bekanntgabe kein neuer Senkungs- oder Erhöhungsanspruch. Ansprüche könnten nur dann erhoben werden, wenn der Mietzins im einzelnen Mietverhältnis noch nicht auf dem aktuellen Referenzzinssatz basiere, schreibt das BWO.

Der Mieterverband empfiehlt denn auch jenen Mietern, eine Mietzinsreduktion zu verlangen, wenn sie dies seit der letzten Senkung des Referenzzinssatzes noch nicht getan haben.

Beispielsweise sollte ein monatlicher Mietzins von 1500 Franken, der noch auch einem Referenzzinssatz von 2% basiert, um 84 CHF gesenkt werden, wie der Mieterverband mitteilte. Dies ergebe ein Sparpotenzial von mehr als 1'000 CHF im Jahr.

Der Hauseigentümerverband machte in einer Mitteilung darauf aufmerksam, dass ein Senkungsanspruch nur bestehe, wenn aufgrund der Referenzzinssatzreduktion mit dem bestehenden Mietzins ein "übersetzter Ertrag" erzielt werde. Zudem könne der Vermieter die Teuerung sowie allgemeine Kostensteigerungen für Unterhalt sowie wertvermehrende Investitionen verrechnen.

KEINE ANZEICHEN FÜR ANHEBUNG

Angesichts der Zinsentwicklung hatte das BWO den Referenzzinssatz im vergangenen Juni erstmals seit 2015 auf den Tiefstwert von 1,5% gesenkt. Dadurch ergab sich für die über zwei Millionen Mieterhaushalte in der Schweiz im Grundsatz, dass sie eine Reduktion der Mieten um fast 3% verlangen konnten.

Für die Mietzinsgestaltung wird in der Schweiz seit dem 10. September 2008 auf einen einheitlichen hypothekarischen Referenzzinssatz abgestellt, der sich in Schritten von einem Viertelprozent verändern kann. Dieser ersetzt den in den einzelnen Kantonen früher massgebenden Zinssatz für variable Hypotheken.

Seit seiner Einführung ist der Referenzzinssatz noch nie gestiegen. 2008 lag er noch bei 3,5%, danach sank er immer weiter. Der Hauseigentümerverband rechnet damit, dass der Referenzzinssatz auch bei der nächsten Publikation am 1. März 2018 auf dem tiefen Niveau verharrt.

(AWP)