An der Wall Street sind Technologiewerte wieder gefragt

Die US-Börsen haben am Dienstag im Plus geschlossen. Vor allem Technologiewerte waren wieder gefragt, nachdem sie in den vergangenen Tagen nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten unter Druck geraten waren.
15.11.2016 22:55
Nach Tagen unter Verkaufsdruck haben Techaktien wie z.B. Microsoft am Dienstag zu einer Gegenbewegung angesetzt,
Nach Tagen unter Verkaufsdruck haben Techaktien wie z.B. Microsoft am Dienstag zu einer Gegenbewegung angesetzt,
Bild: Pixabay

Energiewerte profitierten vom steigenden Ölpreis. Dagegen gaben unter anderem Finanzwerte nach. Sie waren zuvor wegen der Aussichten auf eine geringere Regulierung unter Trump deutlich gestiegen. "Im Moment gibt es so etwas wie eine Atempause", sagte Analystin Marcelle Daher von John Hancock Financial Services. Nach der Wahl setzten die US-Börsen auf ein Konjunkturprogramm seitens Trump, was die Kurse deutlich in die Höhe trieb. Der Markt warte nun auf mehr Details zu Trumps künftiger Politik, sagte Investmentstratege Mark Watkins von der Private Client Group der U.S. Bank. Auch die anstehenden Personalentscheidungen des designierten US-Präsidenten würden mit Spannung erwartet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,3 Prozent auf 18'923 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,8 Prozent zu auf 2180 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 1,1 Prozent auf 5276 Stellen.

Als Zeichen für ein solides Fundament der Binnenkonjunktur in den USA werteten Ökonomen die neuesten Daten zum Umsatz im US-Detailhandel. Er stieg im Oktober überraschend deutlich um 0,8 Prozent. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen im Dezember anheben wird.

Den grössten Schub verliehen Microsoft, Amazon und die Google-Mutter Alphabet dem S&P und der Nasdaq. Die Papiere legten zwischen 2 und 3,4 Prozent zu.

Luftfahrtaktien nach Buffett-Einstieg gesucht

Ins Rampenlicht rückten die Luftfahrtwerte, da US-Starinvestor Warren Buffett nach zwei Jahrzehnten Abstinenz wieder in diesen Sektor investiert. Börsenunterlagen zufolge hält Buffett Anteile an Delta, Southwest, American und United Continental im Volumen von insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Dollar. Die Papiere der vier Gesellschaften stiegen daraufhin um bis zu 5 Prozent. Die europäischen Konkurrenten Lufthansa, Air France und die British Airways-Mutter IAG gewannen zwischen 3 und 3,5 Prozent.

Anteilsscheine des Zigaretten-Herstellers Reynolds (Camel) stiegen um 1,2 Prozent. Insidern zufolge hat der Konzern die Übernahme-Offerte des Rivalen BAT (Lucky Strike) im Volumen von 47 Milliarden Dollar zurückgewiesen und hofft auf ein höheres Angebot.

Zu den Kursverlierern gehörten die Aktien von Home Depot. Der florierende Immobilienmarkt in den USA füllte der weltgrössten Baumarktkette im abgelaufenen Quartal zwar die Kassen. An der Umsatzprognose hielt Home Depot allerdings zur Enttäuschung der Anleger fest. Sie rechnen nun mit einem schwächeren vierten Quartal. Die Aktien fielen 2,6 Prozent.

Ausverkauf bei Staatsanleihen gestoppt

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,05 Milliarden Aktien den Besitzer. 2195 Werte legten zu, 827 gaben nach, und 87 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,14 Milliarden Aktien 1679 im Plus, 1154 im Minus und 216 unverändert.

Am US-Anleihenmarkt stoppte der Ausverkauf zumindest bei den Papieren mit langen Laufzeiten. Die 30-Jährigen gewannen 08/32 auf 98-04/32 und hatten eine Rendite von 2,9691 Prozent. Auch hier sprachen Händler nur von einer Atempause. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren dagegen 03/32 auf 97-29/32. Sie rentierten mit 2,2331 Prozent. Am Markt sind die Sorgen gross, dass die Inflation unter Trump wieder ansteigen könne. Das drückt auf die Preise. (Büros New York und Bangalore, geschrieben von Kerstin Dörr, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1312 oder 030-2888 5168)

(Reuters)