Deutsche BaFin sieht Verkauf grosser Lebensversicherungs-Bestände kritisch

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin will die Käufer grosser Portfolien von Lebensversicherungen genau unter die Lupe nehmen. "Je grösser die betreffenden Bestände sind, desto grösser sind auch die operationellen Anforderungen an einen Übernehmer", betonte der Chef der Versicherungsaufsicht bei der BaFin, Frank Grund, am Mittwoch in Köln.
11.10.2017 16:30

"Wir werden die Belange der Versicherten wahren - nicht nur in finanzieller Hinsicht." Bisher hatten nur kleine Lebensversicherer eine Handvoll Policen-Bestände ohne Neugeschäft an Spezialisten wie Viridium oder die Frankfurter Leben verkauft, hinter denen zumeist Finanzinvestoren stehen.

Zuletzt kündigten aber auch Branchenriesen wie Ergo und Generali an, für vier bis sechs Millionen Policen-Altbestände Käufer zu suchen. Auch die Axa schliesst das nicht aus. Bisher seien bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aber keine neuen Anträge von Lebensversicherern eingegangen oder angekündigt worden, sagte Grund.

Grosse Konzerne wie die Ergo-Mutter Münchener Rück oder die italienische Generali könnten den Versicherten nach Ansicht der Aufseher in einer Notlage eher mit zusätzlichem Kapital zur Seite stehen als Finanzinvestoren.

Die Versicherer reagieren mit den Verkaufs-Überlegungen auf die niedrigen Zinsen und die steigenden Kapitalanforderungen nach "Solvency II", die den Verkauf klassischer Lebensversicherungen mit langen Garantien immer weniger attraktiv machen.

(AWP)