Deutsche-Bank-Chef sieht wenig Druck wegen Brexit

FRANKFURT (awp international) - Die Deutsche Bank sieht angesichts des Brexit-Votums wenig Handlungsdruck. "Die Auswirkungen sind für uns unter dem Strich gering, da wir ohnehin unser Hauptquartier mitten in der Eurozone haben", sagte Vorstandschef John Cryan am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. "Das gibt uns Vorteile gegenüber Konkurrenten." Das Institut könne vergleichsweise ruhig abwarten, welche Folgen der Brexit wirklich hat.
27.07.2016 12:43

Nach aktuellem Stand der Dinge müsse die Deutsche Bank keine umfangreichen Verlagerungen von Geschäften aus London vornehmen, sagte Cryan. Entscheidend dafür werde aber sein, was die Kunden vom Konzern erwarten. Gerade die grossen US-Banken und auch die britischen Institute nutzen bislang den Finanzplatz London als Tor in die Europäische Union. Von der City aus bieten sie ihre Finanzprodukte in Europa an. Mit dem Brexit dürften sie dazu gezwungen sein, einige dieser Geschäfte zu verlagern, für die sie einen Sitz in einem EU-Land benötigen./enl/men/stb

(AWP)