Deutsche Bundesbank: Abschaffung der Geldschöpfung durch Banken nicht sinnvoll

Die Bundesbank sieht in der Geldschöpfung durch Geschäftsbanken keine Gefahr für das Finanzsystem und hat sich Forderungen nach dessen Abschaffung entgegengestellt. "Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems insgesamt sollte aus heutiger Sicht auf anderem Wege erfolgen", heisst es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank.
24.04.2017 12:02

Verfechter des sogenannten "Vollgelds" kritisieren, dass Banken nur einen Bruchteil der Guthaben ihrer Kunden tatsächlich in Form von Bargeld oder einem Kontoguthaben bei der Zentralbank vorhalten müssen. Der sogenannte Mindestreservesatz liegt derzeit bei nur einem Prozent. Dies mache Banken instabil, provoziere eine übermässige Kreditvergabe und führe ausserdem zu ungerechtfertigten Gewinnen der Banken, so die Kritik. Daher sei der Mindestreservesatz auf 100 Prozent anzuheben.

Dies wäre aber den Währungshütern zufolge kein geeigneter Weg, um Bankpleiten zu verhindern. Demnach können sich Banken wenn nötig jederzeit Zentralbankgeld gegen Sicherheiten beschaffen. Es sei zudem "sehr fraglich", ob höhere Reserven der Banken "für sich genommen Finanzzyklen vermeiden", heisst es in dem Monatsbericht. So komme etwa eine Modellrechnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einem anderen Ergebnis.

Zur Sicherung des Finanzsystems sei vielmehr eine sinnvolle Regulierung der Banken wichtig, insbesondere eine Stärkung des Eigenkapitals, so die Währungshüter. Auch die Schaffung der europäischen Bankenunion verbunden mit einer gemeinsamen europäischen Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gewesen./tos/jkr/stb

(AWP)