Deutsche Firmen wollen laut Umfrage weniger in UK investieren

BERLIN (awp international) - Deutsche Unternehmen wollen bei einem EU-Austritt Grossbritanniens (Brexit) ihre Investitionen im Königreich zurückfahren und dort teils auch weniger Mitarbeiter beschäftigten. Wie eine Umfrage der Industrie- und Handelskammern bei rund 5 600 Unternehmen ergab, will mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Firmen mit Tochterunternehmen, Zweigstellen oder Filialen im Vereinigten Königreich die Investitionsbudgets nach unten anpassen. Zudem planten 26 Prozent mit einer geringeren Beschäftigtenzahl.
07.07.2016 06:35

DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die politische und rechtliche Unsicherheit führt bereits in der Übergangszeit bei jedem vierten Unternehmen zu sinkenden Ausfuhren nach Grossbritannien." Durch das Brexit-Votum werde nun deutlich, "was für eine wichtige Errungenschaft der einheitliche EU-Binnenmarkt für deutsche Unternehmen ist".

Die unmittelbaren Auswirkungen des "Brexit" auf Investitionen in Deutschland sind laut Umfrage überschaubar: 91 Prozent der befragten Unternehmen planten hierzulande keine Anpassung der Investitionen, 95 Prozent beabsichtigten keine Änderungen der Beschäftigungspläne: "Die Auswirkungen werden vielmehr langfristig von den Ergebnissen der Austrittsverhandlungen bestimmt", heisst es.

Unternehmen befürchten laut der IHK-Umfrage vor allem eine Zunahme von Handelshemmnissen durch den britischen EU-Austritt. Nach dem "Brexit"-Votum erwarteten die Unternehmen, dass der Aussenhandel mit Grossbritannien kurzfristig eine spürbare Delle erhalte, mittelfristig dürfte er aufgrund des beschlossenen Austritts aus der EU sogar noch stärker sinken.

Die in Deutschland ansässigen Tochterunternehmen britischer Konzerne planten hingegen, kurzfristig zu reagieren: 21 Prozent britischer Niederlassungen wollten mehr in Deutschland investieren. Fast jedes vierte Unternehmen wolle die Zahl der Beschäftigten steigern./sl/tb/DP/zb

(AWP)