Deutsche Industrie warnt vor Steuerwettlauf

Die deutsche Industrie hat angesichts der Steuerpläne von US-Präsident Donald Trump vor einem schärferen internationalen Steuerwettlauf gewarnt. Das Steuerkonzept der US-Regierung kündige ambitionierte Entlastungen an. "Das ist eine klare Wettbewerbsansage an den deutschen Wirtschaftsstandort", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Donnerstag in Berlin. "Der internationale Steuerwettbewerb wird sich dadurch enorm verschärfen."
27.04.2017 14:21

Die ersten 100 Tage der Regierung von US-Präsident Donald Trump werfen aus Sicht des deutschen Industrieverbandes weiter Fragezeichen auf. Die Unternehmen seien immer noch verunsichert, welche Richtung die Regierung einschlage. Ein konkreter Vorschlag zur Erneuerung der Infrastruktur sei nicht in Sicht. "Der Kurs des US-Präsidenten in der Handelspolitik ist besorgniserregend", sagte Kempf weiter. Ein positives Zeichen sei, dass die US-Administration auf Strafzölle und Einfuhrsteuern bisher verzichte.

Nachteile für die Menschen selbst in den USA ergeben sich laut dem BDI auch aufgrund von Zweifeln an der weltweiten Handelsordnung. Die internationale Zusammenarbeit mit den USA etwa im Rahmen der G20-Runde der führenden Industrie- und Schwellenländer sei schwieriger geworden: "Die Kritik der USA am deutschen Handelsüberschuss ist und bleibt falsch."/sl/DP/tos

(AWP)