Deutsche und französische Arbeitgeber für Europa-Offensive

Paris/Berlin (awp/sda/apa) - Die Arbeitgebervereinigungen Frankreichs und Deutschlands sehen wegen des Brexit-Votums Europa grossen Turbulenzen ausgesetzt. Man werde nun alles in der Macht stehende tun, "um unsere besonderen europäischen Kräfte zu mobilisieren", teilten die Verbände MEDEF, BDI und BDA in einer gemeinsamen Erklärung am Sonntag mit.
26.06.2016 14:12

"Europa muss fest zusammenhalten, Selbstvertrauen fassen und in die Offensive gehen", schreiben die Präsidenten Arbeitgeberverbände Pierre Gattaz (MEDEF), Ullrich Grillo (BDI) und Ingo Kramer (BDA). Der "deutsch-französische Motor zur europäischen Integration" sei nun mehr denn je gefragt und müsse neu entfacht werden.

"Die Aufgabe besteht darin, jetzt die richtigen Prioritäten für die weitere europäische Integration in Schlüsselbereichen zu setzen und gleichzeitig Zurückhaltung zu üben bei kleinen Dingen, die besser auf nationaler Ebene gelöst werden können."

Die EU-Staats- und Regierungschefs werden von den Verbänden unter anderem dazu aufgerufen, "ihr Bekenntnis zu den europäischen Werten zu bekräftigen, Frieden und Sicherheit auf dem gesamten Kontinent zu gewährleisten, unsere Freiheiten zu garantieren und mit den richtigen Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu sorgen und damit mehr Beschäftigung und Wachstum zum Wohle aller Europäer zu schaffen".

Ausgeschlossen vom EU-Pass

Gegenüber dem Vereinigten Königreich müssten zwar Brücken gebaut werden - aber es müsse in Bereichen ausgeschlossen bleiben, bei denen es in der EU Integrationsfortschritte gebe. Zum Beispiel müsse Grossbritannien vom Europäischen Pass für Finanzdienstleistungen ausgeschlossen sein.

Der sogenannte EU-Pass ermöglicht in London beheimateten Banken den ungehinderten Zugang zu den Kapitalmärkten der EU. Auch das französische EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau, Notenbankchef in Paris, hatte zuletzt gesagt, dass nach einem britischen Austritt aus der EU der EU-Pass für die britischen Banken nicht mehr gelten könne.

(AWP)