Deutsche Unternehmen im Stimmungshoch

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Dezember von hohem Niveau aus noch weiter verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.
19.12.2016 10:48
Auch bei Industriekonzernen geht es aufwärts. Im Bild der Daimler-Konzern an der Berliner Prachtstrasse Unter den Linden.
Auch bei Industriekonzernen geht es aufwärts. Im Bild der Daimler-Konzern an der Berliner Prachtstrasse Unter den Linden.
Bild: cash

Die Stimmung deutscher Firmenchefs hat sich zum Jahresausklang verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf 111,0 Punkte nach 110,4 Zählern im Vormonat und erreichte damit den höchsten Stand seit fast zwei Jahren, wie die Münchner Forscher am Montag zu ihrer Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Anstieg auf 110,7 Punkte gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft legt einen Jahresendspurt hin ", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.

Bei der Industrie ging es bergauf. "Dementsprechend wollen mehr Unternehmen die Produktion in den kommenden Monaten anheben." Im Grosshandel verbesserte sich das Geschäftsklima auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Im Einzelhandel blieb der Index unverändert auf hohem Niveau. "Das Bauhauptgewerbe setzt seine Rekordjagd fort", betonte Fuest. "Den Baufirmen ging es seit der Wiedervereinigung noch nie so gut." Der Bauboom dürfte sich in den nächsten Monaten fortsetzen.

Die deutsche Wirtschaft hatte in den Sommermonaten an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September nur noch um 0,2 Prozent, nachdem es zu Jahresanfang noch 0,7 und im Frühjahr 0,4 Prozent waren. Zuletzt gab es aber Signale für einen Endspurt zum Jahresende. "Die Konjunktursymphonie schliesst 2016 mit einem Akkord in Dur", sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Auch Helaba-Experte Ralf Umlauf äusserte sich zuversichtlich: "Die deutsche Wirtschaft dürfte mit Schwung ins Jahr 2017 starten."

Im nächsten Jahr könnten allerdings die Verhandlungen zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union über einen EU-Austritt für Unsicherheit und weniger Investitionen sorgen. Zudem befürchten Experten Auswirkungen auf den Export, sollte der designierte US-Präsident Donald Trump den Freihandel einschränken und den US-Markt abschotten. "Man darf die erheblichen politischen Risiken auf globaler Ebene nicht aus den Augen verlieren", warnte Zeuner.

(Reuters/AWP)