Deutscher Autoverband: Nehmen Trumps Äusserungen ernst

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) nimmt die neue Androhung hoher Importzölle für die Branche von Donald Trump ernst. "Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob und wie diese Ankündigungen künftig von der US-Administration umgesetzt werden", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag. "Im US-Kongress dürfte es gegen Importsteuer-Pläne erheblichen Widerstand geben." Denn Investitionsentscheidungen würden langfristig geplant und nicht von heute auf morgen über Bord geworfen.
16.01.2017 11:54

Trump hatte in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montag) und der Londoner "Times" mit Blick auf die deutschen Autobauer gesagt: "Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen." Dabei blieb zunächst offen, ob er nur von Einfuhren aus dem Nachbarland Mexiko oder im Allgemeinen sprach. Fast alle deutschen Hersteller bauen bereits Autos in dem US-Nachbarland oder planen dort eine Produktion.

"Mit dem Aufbau von Zöllen oder anderen Handelsbarrieren würden sich die USA langfristig ins eigene Fleisch schneiden", sagte Wissmann weiter. Schon Einschränkungen der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta würden der Wirtschaft einen deutlichen Dämpfer geben.

Für die deutschen Autobauer sind die USA der zweitgrösste Exportmarkt nach China und inzwischen auch ein wichtiger Produktionsstandort. Zuletzt stellten die Deutschen dort 850 000 Autos und Vans jährlich her. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge, die die deutschen Autokonzerne in den USA selbst fertigen, werden exportiert./ang/DP/stb

(AWP)