Deutscher Bundestag stopft 'Cum-Cum'-Steuerschlupfloch

BERLIN (awp international) - Im Kampf gegen umstrittene Dividendengeschäfte hat der Bundestag ein weiteres Steuerschlupfloch geschlossen. Die Abgeordneten verabschiedeten am Donnerstag ein Gesetz, das unter anderem die "Cum-Cum"-Gestaltung verhindern soll. Rückwirkend zum 1. Januar 2016 wird die Anrechenbarkeit der Kapitalertragsteuer davon abhängig gemacht, dass der Steuerpflichtige die jeweilige Aktie für einen bestimmten Mindestzeitraum hält.
09.06.2016 18:21

Bei "Cum-Cum"-Geschäften werden von ausländischen Anlegern gehaltene Anteile kurz vor dem Dividendenstichtag an inländische Anteilseigner übertragen, etwa an Banken. Diese können sich dann anders als die ausländischen Investoren die Kapitalertragssteuer anrechnen beziehungsweise erstatten lassen. Danach werden die Aktien samt Dividende zurückgereicht, die gesparte Steuer wird geteilt.

Dieses Geschäftsmodell soll nun unterbunden werden. Künftig ist eine Anrechnung der Kapitalertragsteuer nicht mehr möglich, wenn die Aktie nicht für mindestens 45 Tage vor und nach dem Dividendenstichtag gehalten wird und der "Entleiher" nicht mindestens 70 Prozent des Wertveränderungsrisikos übernimmt./ax/sl/DP/mis

(AWP)