Deutscher Industrieverband - Europäische Unternehmen fürchten Trumps Steuerreform

Nach der Zustimmung im US-Senat für die Steuerpläne von Präsident Donald Trump werden Alarmrufe aus der deutschen Wirtschaft laut.
03.12.2017 14:37
Kräne im Hamburger Hafen bei der Werft Blohm + Voss.
Kräne im Hamburger Hafen bei der Werft Blohm + Voss.
Bild: Bloomberg

Der Industrieverband BDI warnte am Sonntag vor massiven Nachteilen für europäische Unternehmen. Die deutsche Politik rief er dazu auf, nun ebenfalls eine Firmensteuerreform anzugehen. "Jede neue Bundesregierung muss schnellstmöglich strukturelle Verbesserungen im Unternehmensteuerrecht auf den Weg bringen", erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.

Die vom Senat gebilligte Vorlage sieht eine Reduzierung der Firmensteuer auf 20 Prozent von bislang 35 Prozent vor. Damit sie durch Trumps Unterschrift Gesetz werden kann, muss sie mit einem Entwurf des Repräsentantenhauses abgestimmt werden. Durch das Vorhaben werde der internationale Steuerwettbewerb deutlich verschärft, mahnte Lang. Seinen Worten zufolge soll es ferner dazu dienen, US-Unternehmen Vorteile gegenüber der ausländischen Konkurrenz zu verschaffen. Die Steuerpläne hätten "klar protektionistischen Charakter".

Zugleich kritisierte Lang die in Europa vorgesehenen Steuerverschärfungen für die Digitalwirtschaft, die von den EU-Finanzministern am Dienstag initiiert werden sollten. Die Maßnahmen würden in den USA als Provokation verstanden und drohten auch die Unternehmen der Industrie 4.0 in Deutschland erheblich zu treffen. "Sowohl die USA wie die EU müssen sich wieder auf international abgestimmte Besteuerungsprinzipien besinnen und ihre Kooperation stärken." In der EU sollen Internetkonzerne wie Google und Facebook künftig vom Fiskus stärker zur Kasse gebeten werden. Entsprechende Vorschläge stoßen in den USA auf Protest.

(Reuters)