Deutscher Kanzlerkandidat Schulz will Managergehälter gesetzlich regeln

Der Kanzlerkandidat der deutschen Sozialdemokraten, Martin Schulz, fordert die Zustimmung der konservativen Koalitionsparteien zu einer gesetzlichen Begrenzung von Managerbezügen. Damit sollen "Gehaltsexzesse in den Vorstandsetagen" verhindert werden.
28.02.2017 07:23

"Wenn ein Manager 200-mal so viel verdient wie ein Angestellter, verletzt das das Gerechtigkeitsgefühl der Leute. Da ist etwas aus dem Ruder gelaufen", sagte Schulz in einem Interview der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagsausgabe).

"Wir brauchen eine gesetzliche Regelung, die Gehaltsexzessen in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne einen Riegel vorschiebt." Das erwarteten "auch viele Mittelständler, die keine Lust haben, für die Übertreibungen in einzelnen Konzernen in Mithaftung genommen zu werden", sagte Schulz.

Die SPD-Fraktion im deutschen Bundestag hatte am Mittwoch Pläne vorgestellt, die unter anderem vorsehen, die steuerliche Absetzbarkeit der Managergehälter von Aktiengesellschaften und vergleichbaren Kapitalgesellschaften bei 500'000 Euro im Jahr zu deckeln.

Die CDU-CSU-Union will sich dagegen bei einer Neuregelung darauf konzentrieren, die Festlegung der Managergehälter "im Einzelnen" der Aktionärs-Hauptversammlung eines Unternehmens zu übertragen.

Schulz forderte die Union auf, klar Position zu beziehen. "Wir haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, CDU und CSU müssen jetzt Farbe bekennen", sagte der Kanzlerkandidat der "Passauer Neuen Presse".

(AWP)