Deutscher Onlinehandel profitiert von Corona-Krise - Modehandel weiter im Tief

Der Einzelhandel arbeitet sich weiter aus dem Corona-Tief. Im Juli stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 4,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Nominal gab es ein Plus von 5,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz real um 0,9 Prozent höher.
02.09.2020 08:57

Das stärkste Umsatzplus verzeichnete erneut der Internet- und Versandhandel (real plus 15,6 Prozent), der durch die Corona-Krise einen Schub bekommen hatte. Auch die Erlöse mit Einrichtung, Haushaltsgeräten und Baubedarf (plus 12,9 Prozent) sowie mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren (plus 4,2 Prozent) legten gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Der Modehandel leidet dagegen weiter unter den Folgen der Corona-Krise. Die Geschäfte mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verringerten sich um 8,0 Prozent. Der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, worunter Waren- und Kaufhäuser fallen, verzeichnete Einbussen von 14,5 Prozent.

Die Branche sieht sich auch noch nicht über den Berg: Die Corona-Krise werde den Handelsunternehmen abseits des Lebensmittelhandels voraussichtlich Umsatzeinbussen von 40 Milliarden Euro bescheren, sagte der Präsident des Branchenverbands HDE, Josef Sanktjohanser jüngst. Viele Bekleidungshändler durchlebten weiter schwere Zeiten.

Gegenüber dem Vormonat verringerte sich der Einzelhandelsumsatz im Juli insgesamt um real 0,9 Prozent./mar/DP/fba

(AWP)