Deutsches Kartellamt verhängt 2016 über 120 Millionen Euro an Bussgeldern

BONN (awp international) - Das Bundeskartellamt hat in diesem Jahr wieder mit Millionenbussen unerlaubte Preisabsprachen zu Lasten der Verbraucher geahndet. Insgesamt seien Strafen von gut 121 Millionen Euro gegen 22 Unternehmen und fünf Manager verhängt worden, sagte der Chef der Bonner Behörde, Andreas Mundt, der Deutschen Presse-Agentur. 85 Firmenstandorte und drei Privatwohnungen wurden durchsucht. Besonders stach dabei der Lebensmittel-Einzelhandel heraus, der seit Jahren im Fokus der Kartellwächter steht. 2015 hatte die Summe der Bussgelder sogar bei mehr als 200 Millionen Euro gelegen.
18.12.2016 14:09

Ein besonderes Augenmerk der Behörde gilt auch der Internetwirtschaft. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Märkte - trotz der Giganten im Netz - offen bleiben", betonte Mundt. 2016 leitete das Amt unter anderem ein viel beachtetes Verfahren gegen Facebook ein.

Mit dem Internet könnte das Bundeskartellamt künftig noch mehr zu tun bekommen. Der Gesetzgeber plant ein schärferes Vorgehen gegen verbraucherunfreundliche Angebote im Netz. "Bisher muss - auch bei Massenproblemen - jeder für sich klagen", sagte Mundt. "Das läuft im Einzelfall gar nicht schlecht, aber man würde mit behördlicher Durchsetzung deutlich mehr erreichen, es hätte mehr Breitenwirkung." Nach den Planungen der Bundesregierung könnte das Bundeskartellamt diese Aufgabe übernehmen, die Diskussion läuft aber noch./rs/DP/zb

(AWP)