Deutschland begrüsst Bank-Verkleinerung

Eine mögliche Verkleinerung des US-Investmentbankengeschäfts der Deutschen Bank geht in die richtige Richtung, da damit auch die Kapitalanforderungen der Bank sinken, heisst es in der deutschen Bundesregierung.
23.10.2016 14:43
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Bild: cash

Sollte die Deutsche Bank im Zuge des Vergleichs mit der US-Justiz gezwungen sein, ihr Investmentbankengeschäft in den Vereinigten Staaten zu reduzieren, wäre dies eine geeignete Massnahme, um das Risiko der Bank und damit auch die regulatorischen Kapitalanforderungen zu senken, verlautete aus Regierungskreisen. Ein Sprecher des Finanzministeriums lehnte auf Anfrage von Bloomberg einen Kommentar zu den Informationen ab. 

Nach Medienberichten erwägt die Deutsche Bank im Zuge des Vergleichs mit dem US-Justizministerium über zweifelhafte Hypothekengeschäfte, ihre Geschäftstätigkeit in Amerika zu verkleinern. Eine Reduzierung dieses Geschäftsbereichs könnte Teil einer Strategie-Überprüfung der Bank sein, mit der sich nach Angaben aus informierten Kreisen der Aufsichtsrat vor Kurzem beschäftigt hat. 

"Seit Ausbruch der Finanzkrise ist es Ziel unserer Regulierung, die Risiken in den Bilanzen der Banken zu reduzieren", sagt die finanzpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Antje Tillmann. "Massnahmen, die dieses Ziel unterstützen, aber der exportorientierten deutschen Wirtschaft nicht schaden, sollten daher auch offen diskutiert werden.“

Die Deutsche Bank steht wegen der Verhandlungen mit den US-Justizbehörden seit Wochen unter Druck, was Spekulationen geschürt hat, dass der Staat gezwungen sein könnte mit Staatsgeldern einzuspringen, sollte das Institut nicht in der Lage sein, die anstehende Milliardenstrafe aus Rückstellungen zu finanzieren. Die Deutsche Bank hat in diesem Jahr rund 46 Prozent ihres Marktwertes verloren.

(Bloomberg)