Deutschland kritisiert Wiederinbetriebnahme von Leibstadt

Die Freigabe für den Leistungsbetrieb des AKW Leibstadt beunruhigt nicht nur Umweltorganisationen und Parteien. Das deutsche Bundesumweltministerium will Vertreter des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) treffen, um die technischen Hintergründe für die Entscheidung "nachvollziehen" zu können.
18.02.2017 17:14

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Berliner Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, kritisierte am Samstag den Entscheid. Es sei "bedauerlich", dass das Kraftwerk wieder ans Netz gehen dürfe, "obwohl die Ursachen für die Schäden an den Hüllrohren nicht restlos aufgeklärt zu sein scheinen".

Nach ihren Angaben hat ihr Ministerium um ein Gespräch mit dem ENSI gebeten, um die technischen Hintergründe für die Entscheidung "nachvollziehen" zu können. Sie hoffe auf ein möglichst baldiges Gespräch, "denn die deutsche Bevölkerung in der Grenzregion ist sehr besorgt", fügte Schwarzelühr-Sutter hinzu.

Gegen die Wiederinbetriebnahme des AKW hatten Greenpeace und die Schweizerische Energiestiftung vergeblich protestiert, ein Dutzend weitere Organisationen in der Schweiz und in Deutschland forderten in Schreiben an die Regierung ebenfalls seine Stilllegung. Auch Baden-Württemberg und das österreichische Bundesland Vorarlberg setzten sich für einen Aufschub der Inbetriebnahme ein.

(AWP)