Die Armee macht sich um 15'000 Soldaten kleiner

Das Militär rechnet den Armeebestand neu. Soldaten, die nicht rasch abrufbereit sind, werden nicht mehr mitgerechnet. Damit sinkt der effektive Bestand um rund 15'000 auf insgesamt 140'000 Mann.
02.07.2017 14:53

Bei der Berechnung des Armeebestands werden verschiedene Gruppen von Soldaten nicht mehr berücksichtigt, wie die Tageszeitungen "Tagesanzeiger" und "Bund" am Samstag berichteten. Dabei wären sie voll ausgerüstet müssten im Ernstfall einem Angebot auch Folge leisten.

Zusammengerechnet macht sich das Militär damit um rund 15'000 Soldaten kleiner als sie ist. So zählen etwa Durchdiener, die ihren letzten Diensttag absolviert haben, nicht mehr zum offiziellen Armeebestand. Dies, obwohl sie gemäss Militärgesetz noch während vier Jahren in der Armee eingeteilt bleiben und zu Einsätzen aufgeboten werden könnten.

Im Zeitungsbericht war darauf hingewiesen worden, dass Armeekreise vor einem Personalengpass bei der Miliz gewarnt und gegen den Zivildienst Stimmung gemacht hätten.

SCHNELLER EINSATZ

Armee-Sprecher Daniel Reist bestätigt auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda die Anpassung im Bestand. Es sei richtig, dass die vom Effektivbestand neu ausgeschlossenen Soldaten noch abrufbereit bleiben, sagte Reist. Sie verlören jedoch ihre Kenntnisse etwa in Bezug auf das Schiessen, den Reflex oder die Sicherheit und könnten daher nicht mehr rasch eingesetzt werden.

Auch Rekruten würden nicht dem Effektivbestand angehören, weil ihnen die nötigen Kenntnisse im Ernstfall noch fehlen. Die Armee wolle sich vermehrt auf den Einsatz, auf eine schnelle Verfügbarkeit und Mobilisation ausrichten, begründete Reist den Schritt weiter. Soldaten, die nicht rasch einsetzbar seien, würden deshalb nicht mehr dem Effektivbestand zugerechnet.

Bei den Soldaten im letzten Dienstjahr mache es zudem wenig Sinn, sie zum Effektivbestand hinzuzuzählen, weil die Entlassung durch die Kantone schrittweise über das ganze Jahr erfolge.

dm/

(AWP)