Die zehn Länder mit den grössten Goldtöpfen

Wie viele Tonnen Gold besitzen die Staaten? Die Schweiz ist vorne mit dabei, obwohl sie in der Vergangenheit ihre Goldposition mehr als halbiert hatte. Die aktuelle Rangliste.
19.08.2014 13:09
Von Frédéric Papp
Die Schweiz bunkert rund 1040 Tonnen Gold.

Der aktuellste Bericht des "World Gold Council" hat die Länder mit den grössten Goldreserven in Prozent der Devisenreserven und in Tonnen ermittelt. Mit 8133 Tonnen oder rund 72 Prozent der Devisenreserven liegen die USA unangefochten an erster Stelle (siehe Tabelle). Dahinter folgen Deutschland und – eher überraschend – das krisengeplagte Italien.

Laut Analysen des World Gold Council zählen die Zentralbanken auch im 14. Quartal in Folge zu den starken Käufern. Mit 118 Tonnen im 2. Quartal 2014 beträgt die Steigerung rund 28 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der grösste Käufer in diesem Segment war die russische Notenbank, die 54 Tonnen erwarb.

Die chinesische und indische Notenbank traten in den letzten Jahren verstärkt als Goldkäufer am Markt auf. Vor allem Chinas Notenbank hat bei den Goldkäufen noch viel Raum nach oben. Zwar verfügt China 1054 Tonnen Gold, doch dies macht nur gerade ein Prozent der Währungsreserven aus.

Schweiz unter den Top Ten

Auch die Schweiz kann vorne mitmischen. Mit 1040 Tonnen Gold, was 8 Prozent der Devisenreserven ausmacht, liegt die Eidgenossenschaft knapp hinter China, aber deutlich vor Japan auf dem 7. Rang. Bewertet zum aktuellen Unzenpreis von 1300 Dollar beträgt der Wert der Goldreserven umgerechnet gut 39 Milliarden Franken.

Gold zählt seit Jahresbeginn wieder zu den Gewinnern unter den Anlageklassen. Der Goldpreis hat sich in Dollar gerechnet um knapp 8 Prozent verteuert und schlägt damit die meisten Aktien-Indizes. Seit dem Rekordhoch im Jahr 2011 von 1921 Dollar die Unze ist der Preis allerdings um mehr als 30 Prozent abgesackt.

Entwicklung des Goldpreises in Dollar pro Unze in den letzten drei Jahren.

Künftiger SNB-Goldbestand erhitzt die Gemüter

Der Goldtopf der Schweiz war einst mehr als doppelt so voll. 1997 waren es 2600 Tonnen. Damals taxierte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Hälfte der Goldreserven als überschüssig, sie würden für geld- und währungspolitische Zwecke nicht mehr gebraucht, hiess es. Der Teilverkauf der Goldreserven in den Folgejahren war mit der Auflösung der Goldbindung des Frankens im Jahre 2000 verknüpft. Seit 2009 ist der Goldbestand der SNB in etwa stabil, und Pläne für weitere Goldverkäufe sind nicht in petto.

Der Abverkauf des Edelmetalls erhitzt immer wieder die Gemüter. Auch heute streiten sich Politiker und Ökonomen über Ziel, Zweck und Zukunft des Schweizer Goldes. Am aktuellsten ist die Debatte zur eingereichten Goldinitiative aus SVP-Kreisen. Mit ihrer Initiative "Rettet unser Schweizer Gold" wollen SVP-Exponenten der SNB strengere Regeln bezüglich ihrer Goldreserven auferlegen. Die Nationalbank soll ihre bestehenden Reserven nicht mehr verkaufen dürfen und mindestens 20 Prozent der Aktiven in Gold halten müssen.

Der Bundesrat will jedoch keine Goldfesseln für die SNB. Die Nationalbank würde aus Sicht der Regierung zu stark eingeschränkt, wenn das Stimmvolk die Initiative annähme. Das Parlament wird bald über die Initiative diskutieren, bevor sie voraussichtlich Ende des Jahres vors Volk kommt.

Die Länder mit den grössten Goldpositionen

Land Tonnen in % der Währungsreserven
USA 8133,5 71,9
Deutschland 3384,2 68,4
Italien 2451,8 67
Frankreich 2435,4 65,1
Russland 1094,7 9,7
China 1054,1 1,1
Schweiz 1040 8
Japan 765,2 2,5
Holland 612,5 54,3
Indien 557,7 7,3

Quelle: World Gold Council, Stand: August 2014