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Diese Aktien sind noch günstig

Im «Oster»-Börsen-Talk nennt Bellerive-Anlagechef Thomas Steinemann Sektoren und Titel, die in einem Umfeld von steigenden Bewertungen noch zum «Schnäppchenpreis» zu haben sind.
18.04.2014 20:42
Von Frédéric Papp
Bellerive-Anlagechef Thomas Steinemann im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Die Berichterstattung der Unternehmen mit ihren Erstquartalszahlen ist im vollen Gang. Während die SMI-Unternehmen Nestlé, Roche, Syngenta oder Actelion die Markterwartungen teilweise deutlich übertrafen, fiel das Zahlenset der Credit Suisse bei den Analysten durch. Die Quartalszahlen geben den Analysten Futter für die Revision ihrer Gewinnschätzungen.

"Eine Mehrheit der Analysten passt die Gewinnschätzungen zwar noch nach unten an", sagt Thomas Steinemann, Anlagechef bei der Privatbank Bellerive, im cash-Börsen-Talk. Doch dies werde sich laut Steinemann noch in diesem Jahr ändern. Die Bewertungen würden angesichts des Tiefzinsumfelds weiter ansteigen und in den kommenden Jahren in eine massive Überbewertung der Börsen führen, so der Anlagechef weiter.

Versicherungen und Microsoft

Bereits heute ist es laut Steinemann schon schwierig, Qualitäts-Aktien mit Wachstumspotenzial zu finden, die noch nicht auf den Radarschirmen der Anleger sind. In der Schweiz empfiehlt der Bellerive-Anlagechef vor allem die Versicherungstitel Swiss Re, Swiss Life und Zurich. "Diese Aktien hinken dem Gesamtmarkt hinterher und weisen zudem eine attraktive Dividendenrendite aus."

Ein moderates Bewertungsniveau zeigt auch der internationale Technologie-Bereich. Vor allem der Software- und Hardwaregigant Microsoft gefällt Steinemann besonders gut. Und dies nicht nur wegen der tiefen Bewertung (KGV 2014 von 14,5) und der in der Branche überdurchschnittlichen Gewinnmarge von über 30 Prozent, sondern auch wegen der neuen Ausrichtung des Konzerns. Der seit knapp zwei Monaten amtierende Microsoft-Chef Satya Nadella krempelt den Software-Konzern weiter um und setzt dabei vor allem auf das Cloud-Computing.

VW, BMW und Daimler

Auf dem Kaufradar hat Steinemann auch den norwegischen Erdöl- und Gasproduzenten Statoil und die deutschen Autobauer VW, BMW und Daimler. Letztere profitieren von der wiederaufkeimenden Nachfrage in den Schwellenländern. Die aktuellen KGV der drei Autobauer liegen zwischen moderaten 10 und 11.

Bezüglich der Entwicklung des Swiss Market Index (SMI) per Ende Jahr gibt sich Steinemann vorsichtig optimistisch. "9000 Punkte werden wir vermutlich nicht sehen." Am Jahresende dürften aber zwischen 5 bis 7 Prozent Rendite rausschauen, so Steinemann. Am Donnerstag schloss der Schweizer Leitindex bei 8375 Zählern.

Im cash-Börsen-Talk nennt Steinemann Titel, die man aus bewertungstechnischer Sicht meiden sollte. Er geht zudem auf die Krise in der Ukraine ein, und er sagt, was notwendig wäre, damit das Wachstum in Europa endlich an Fahrt gewinnt.