WEF 2019

Digitalisierung - Ueli Maurer: «Wir sollten die relative Kleinheit der Schweiz nutzen»

An einem Anlass von Digitalswitzerland am Rande des World Economic Forums wurden Chancen und Risiken der Digitalisierung für die Schweiz erörtert.
23.01.2019 10:23
Von Daniel Hügli, Davos
Bundespräsident Ueli Maurer ist am WEF an vielen Anlässen präsent.
Bundespräsident Ueli Maurer ist am WEF an vielen Anlässen präsent.
Bild: Schweizerische Bundeskanzlei

Digitalswitzerland ist eine gemeinsame Standortinitiative von Wirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft, welche die Schweiz zum international führenden digitalen Innovationsstandort gestalten will. Im Pavillon der Credit Suisse (CS) in Davos und damit unter Schirmherrschaft von VR-Präsident Urs Rohner veranstaltete Digitalswitzerland am frühen Mittwochmorgen eine Diskussionsrunde mit nahmhaften Teilnehmern. Thema: "Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung des Geldes". Es ging aber eher um generelle Herausforderungen des digitalen Wandels als um spezifische Geldfragen.

Für Bundespräsident Ueli Maurer, der die Eröffnungsrede hielt, steht die Schweiz punkto Digitalisierung erst "am Anfang einer technologischen Entwicklung." Es brauche in Zukunft ein hohes Mass an Agilität und Flexibilität. "Wir müssen uns rascher anpassen", so Maurer weiter. Ein grosser Vorteil sei dabei die relative Kleinheit der Schweiz.

Für Jürg Gasser, Staatssekretär für Internationale Finanzfragen, sind die "sehr kurzen Kommunikationswege" in der Schweiz ebenfalls ein Vorteil der digitalen Entwicklung. Gemäss Gasser, der Ende Februar seinen Posten abgibt, sind in der Schweiz keine Gesetze bezüglich Blockchain oder Internet nötig. Der flexiblen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Schweiz reichten dafür aus.  

Thomas Jordan, Direktoriumspräsident der Schweizerischen Nationalbank, nahm den finanziellen Aspekt der Diskussion auf. Er vertrat dabei Positionen, die bereits Direktoriumskollegin Andréa Maechler letzte Woche am World Web Forum in Zürich aufnahm. Blockchain sei eine sehr starke Technologie, die grosses Potenzial habe. Die Technologie sei aber keine Bedrohung für das traditionelle Geldsystem. "Nationale Währungen werden noch lange bestehen bleiben, ebenso die Stärke der Geldpolitik der Zentralbanken", so Jordan. 

Seit der Gründung im September 2015 ist Digitalswitzerland auf 130 Mitglieder angewachsen, darunter befinden sich Unternehmen wie Google, Ringier, SBB, SRG oder Swisscom. Ein Höhepunkt der Aktivitäten von Digitalswitzerland stellt jeweils der Digitaltag dar, welcher im nächsten Jahr zum dritten Mal durchgeführt wird. 

Ringier-CEO und Digitalswitzerland-Gründer Marc Walder strich in der Diskussionsrunde die Fortschritte der Schweiz in Sachen Digitalisierung der letzten Jahre heraus. Er wies aber auch auf die Mankos hin. Bei diversen Unterkategorien in internationalen Digitaglisierungsstudien schneidet die Schwez nicht wirklich gut ab, so bei Firmengründungen, mobilem Breitband, E-Government und E-Participation sowie punkto Vertretung von Frauen. Und Digitalisierungsfortschritte in der Schweiz allein nützten nichts, so Walder weiter, wenn Europa als Ganzes nicht die gleichen Fortschritte mache.