Draghi: Noch zu früh für Änderungen an EZB-Geldpolitik

EZB-Präsident Mario Draghi sieht noch keinen Anlass für ein Ende der ultralockeren Geldpolitik der Notenbank. Obwohl die wirtschaftliche Erholung zunehmend auch auf eigenen Beinen stehe, sei es "zu früh, Erfolg auszurufen", sagte Draghi am Donnerstag bei einer Konferenz in Frankfurt. Die Wirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren massgeblich dank der Massnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) erholt.
06.04.2017 09:53

Die zuletzt anziehende Inflation halten die Währungshüter noch nicht für nachhaltig. Sie streben mittelfristig ein stabiles Preisniveau bei einer Rate von knapp unter 2,0 Prozent an. Die Inflationsdynamik sei "weiterhin abhängig von der Fortsetzung unserer aktuellen Geldpolitik", bekräftigte Draghi. Ihre milliardenschweren Anleihenkäufe will die EZB bis Ende 2017 weiterführen. Die Zinsen sollen bis mindestens dahin auf extrem niedrigem Niveau bleiben, derzeit liegt der Leitzins bei null Prozent.

"Eine Neubewertung unserer derzeitigen Geldpolitik ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen", sagte Draghi. "Bevor wir irgendwelche Änderungen an den Bestandteilen vornehmen - Zinssätze, Anleihenkäufe und Ausblick (Forward Guidance) - müssen wir ausreichend Vertrauen haben, dass sich die Inflation in der Tat über einen mittelfristigen Horizont auf unser Ziel hin bewegt - und dort auch bleiben wird, auch in einem Umfeld mit einer weniger stützenden Geldpolitik."/ben/DP/jkr

(AWP)