Draghi sorgt sich um Europa

EZB-Präsident Mario Draghi sieht Europa zunehmend in unruhigen Gewässern. Er fordert die Regierungen deshalb zu Strukutrreformen auf.
22.11.2016 07:07
Der Italiener Mario Draghi ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank.
Der Italiener Mario Draghi ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank.
Bild: Bloomberg

Im Februar habe er darauf hingewiesen, dass der Zusammenhalt in Europa einer Prüfung unterzogen werde. "Seitdem haben die Herausforderungen zugenommen", sagte Draghi am Montag im Europa-Parlament in Strassburg. Im Sommer hatte das Votum der Briten für einen EU-Austritt Schockwellen ausgelöst. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten kamen neue Unsicherheiten über die künftigen Beziehungen hinzu. Für Nervosität sorgt zudem das bevorstehende Verfassungsreferendum in Italien.

"Es ist nun wichtiger und notwendiger als je zuvor, dass Europa geschlossen und entschieden auf die Herausforderungen reagiert", sagte Draghi. Er forderte die Länder erneut zu mehr Reformen auf. "Die Umsetzung von Strukturreformen muss erheblich verstärkt werden", sagte der Italiener.

Draghi wies darauf hin, dass der Aufschwung in Europa längst noch nicht selbsttragend sei. Um das EZB-Inflationsziel von knapp zwei Prozent zu erreichen, sei weiter Hilfe vonseiten der Geldpolitik erforderlich. "Die Rückkehr der Inflation in Richtung unseres Ziels hängt immer noch von der Fortsetzung des gegenwärtigen beispiellosen Niveaus an geldpolitischer Unterstützung ab."

(Reuters)