Durcheinander um EU-Ausstieg - Warburg Pincus sieht Brexit als enorme Chance für Deals

Die Finanzmärkte stöhnen über das Hin und Her um den Brexit. Doch eine Beteiligungsgesellschaft sieht in der Entwicklung grosse Anlagegelegenheiten.
09.11.2019 08:00
Abwarten und Tee trinken heisst es für viele Unternehmen im Brexit-Streit.
Abwarten und Tee trinken heisst es für viele Unternehmen im Brexit-Streit.
Bild: Unsplash

Auf das Chaos, das der Brexit in der britischen Politik angerichtet hat, hätten viele Banker verzichten können. Zumindest eine Private-Equity-Gesellschaft ist jedoch begeistert vom Potenzial für Deals, das er ermöglichen dürfte.

"Wir sehen den Brexit als grosse Chance für Transaktionen und sind in Bezug auf Investments in Grossbritannien wirklich enthusiastisch", sagte Dan Zilberman, Europa-Chef bei Warburg Pincus. "Damit es richtig losgehen kann, ist allerdings unerlässlich, dass Grossbritannien die Europäische Union mit einer Vereinbarung verlässt."

Pfund steigt deutlich

Das Risiko, dass Grossbritannien ungeregelt aus der EU ausscheidet, ist seit dem 17. Oktober gesunken. Premierminister Boris Johnson hat eine Übereinkunft mit der EU erreicht. Die bevorstehende Parlamentswahl hat aber wieder ein ordentliches Mass Unberechenbarkeit mit sich gebracht.

Das Pfund hat seit Johnsons Deal eine beachtliche Rally hingelegt, da Händler weniger Risiko für eine Chaos-Scheidung einpreisen. Am Mittwoch notierte die britische Währung bei knapp 1,29 Dollar und damit mehr als 5 Prozent über dem Oktober-Tief.

"Sobald die Unsicherheit vorbei ist, gibt es einen Kapitulationspunkt, an dem Verkäufer verkaufen wollen", sagte Zilberman in einem Interview im Berliner Büro von Warburg, das im Oktober eröffnet wurde. "Uns gibt das die Möglichkeit, in Unternehmen zu investieren, die in ihrer Entwicklung zu kurz gekommen sind und unterinvestiert waren."

Neue Investments in Grossbritannien

Chancen sieht Zilberman im Zusammenhang mit Unternehmensausgliederungen, Buyouts von börsennotierten Unternehmen oder dem Erwerb von Portfolio-Gesellschaften anderer Private-Equity-Firmen.

Seit Jahresbeginn wurden laut Bloomberg-Daten Fusionen und Übernahmen im Volumen von fast 149 Milliarden Dollar angekündigt, die Unternehmen mit Sitz in Grossbritannien als Ziel hatten. 2015, im Jahr vor dem Brexit-Votum, waren es noch beispiellose 406 Milliarden Dollar.

(Bloomberg/cash)

 

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