E-Mobilität - Elektroauto ist laut Studie 30 Prozent «ökologischer» als der Diesel

Das deutsche Öko-Institut empfiehlt mehr Elektroautos. Damit liessen sich politische Klimaziele erreichen. Doch die Öko-Forscher wollen auch keine grossen Autos.
17.09.2017 09:11
Die Elektroautos von Tesla kommen mit einer Ladung bis zu 500 Kilometer weit.
Die Elektroautos von Tesla kommen mit einer Ladung bis zu 500 Kilometer weit.
Bild: pixabay.com

Die Elektromobilität wird für politische Klimaziele im Verkehr einer Studie zufolge der entscheidende Faktor sein. Schon jetzt habe ein E-Auto der Mittelklasse einen Vorteil beim Treibhausgas-Ausstoss gegenüber einem vergleichbaren Diesel-Fahrzeug von einem Drittel, heisst es in einer Untersuchung des Öko-Instituts.

Dabei wurde sowohl die Nutzung als auch die Herstellung des Fahrzeugs berücksichtigt. Bei der Produktion allein schneidet das E-Auto aber im Moment noch schlechter ab als der Diesel. "Der Vorteil wird in Zukunft deutlich steigen", sagte Florian Hacker vom Öko-Institut. Allein der Anstieg des Anteils von Strom aus erneuerbarer Energie werde sich hier bemerkbar machen.

Der Verkehrssektor gilt in der Klimapolitik als grösstes Problem, weil immer mehr Autos auf den Strassen rollen, und zwar mit immer stärkeren Motoren. Deshalb wurde hier im Vergleich zu 1990 praktisch überhaupt kein Treibhausgas eingespart. Daran hat auch der Einsatz von Diesel-Fahrzeugen, die bei gleicher Motorleistung weniger CO2 ausstossen als Benziner, nichts geändert.

Modelloffensive der Hersteller

Das Öko-Institut machte nun aber klar, dass der Ersatz der jetzigen Autoflotte durch Elektro-Autos allein nicht reichen wird. "Der Elektro-SUV kann nicht die Lösung sein", sagte Hacker. Es müsse um sinnvolle Fahrzeuge mit moderatem Ressourcenverbrauch gehen. Auch bei der Batterieherstellung müsste es mehr Produkte aus dem Recycling etwa von Metallen geben, um die Öko-Bilanz der E-Autos weiter zu verbessern.

Dafür müssten auch in Europa die Rahmenbedingungen geändert werden. Auch sei mehr Strom aus Wind oder Sonne nötig: Wenn 75 Prozent der jetzigen Pkw elektrisch fahren würden, bräuchte man allein dafür bereits den kompletten 2015 in Deutschland erzeugten Windstrom.

Auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt haben mehrere Hersteller eine Modell-Offensive für E-Autos angekündigt - auch unter dem politischen Druck wegen des Diesel-Skandals. Auf dem wichtigen Absatzmarkt China wird zudem schon seit längerem stark in Richtung Elektromobilität umgesteuert.

(Reuters/cash)