EdelmetallNervöse Anleger greifen nach Gold

Nach dem Flug einer nordkoreanischen Rakete über Japan haben sich Anleger in das als sicheren Hafen geltende Gold geflüchtet. Das Edelmetall schneidet in diesem Jahr besser ab als die wichtigsten Aktienmärkte.
29.08.2017 07:25
In unsicheren Zeiten legen sich Investoren Gold in ihr Portfolio.
In unsicheren Zeiten legen sich Investoren Gold in ihr Portfolio.
Bild: Bloomberg

 Die Feinunze (etwa 31,1 Gramm) stieg am Dienstagmorgen in Singapur auf den höchsten Stand seit November 2016. Zwischenzeitlich erreichte der Preis nach Bloomberg-Daten 1322,41 US-Dollar und lag zuletzt nur leicht darunter.

Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas eine Rakete über das benachbarte Japan hinweg geschossen. Nach Berichten des japanischen Senders NHK gingen Teile der Rakete im Pazifik etwa 1180 Kilometer östlich der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido nieder. Das sorgte für Verluste an den asiatischen Aktienmärkten und Gewinne beim Gold.

Seit dem Frühjahr pendelt der Preis für eine Feinunze zwischen 1200 und 1300 US-Dollar. Erst jüngst war die Marke von 1300 Dollar nach oben hin durchbrochen worden. Seit Monatsanfang hat die Feinunze nun rund 4 Prozent an Wert zugelegt; seit Jahresbeginn beträgt das Plus gut 15 Prozent.

Marktbeobachter begründeten den deutlichen Anstieg mit der gestiegenen Unsicherheit unter den Anlegern nach zahlreichen Terroranschlägen in Europa, dem politischen Hickhack in den USA und der sich zuspitzenden Nordkorea-Krise. Gold gilt traditionell als Rückzugsort für Investoren in schwierigen Zeiten.

Wie gut sich der Goldpreis entwickelt hat, zeigt sich insbesondere im Vergleich mit den Aktienmärkten: Das Wall-Street-Barometer Dow Jones Industrial stieg seit Jahresbeginn um gut 10 Prozent, der deutsche Leitindex Dax um annähernd 6 Prozent, sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 schaffte 4 Prozent und der japanische Leitindex Nikkei 225 rückte gerade mal 1 Prozent vor.

(AWP)