Eigenhandel der Banken - US-Behörden erwägen Lockerung der Volcker-Regel

Die US-Aufsichtsbehörden erwägen eine Lockerung der Volcker-Regel, die ein weitgehendes Verbot des Eigenhandels der Banken vorsieht.
22.06.2017 03:00
Donald Trump hat angeordnet, dass die Wall-Street-Reformen überprüft werden sollen.
Donald Trump hat angeordnet, dass die Wall-Street-Reformen überprüft werden sollen.
Bild: Pixabay

Vertreter der US-Notenbank und der Bankenaufsicht OCC sagten laut vorab veröffentlichten Redeausügen am Mittwoch, dass sie eine Vereinfachung der Bestimmungen überprüften. Kleine Geldhäuser könnten von dem Verbot sogar ganz ausgenommen werden. US-Notenbankdirektor Jerome Powell erklärte demnach, dass bestimmte Teile der Regulierung abgeschafft oder aufgeweicht werden könnten. Keith Noreika von der OCC stieß ins gleiche Horn und sprach sich für Erleichterungen im Finanzsektor aus. Powell und Noreika sollen am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats aussagen.

US-Präsident Donald Trump strebt eine Abkehr von der strengen Bankenregulierung an. Der Republikaner hat per Erlass angeordnet, dass die Wall-Street-Reformen (Dodd-Frank-Gesetz) überprüft werden sollen. Das Gesetzeswerk von 2010 war die zentrale Lehre, die die USA aus der Finanzkrise gezogen haben. Damals wurden Banken weltweit mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet.

Kern der Reform war ein weitgehendes Verbot des Eigenhandels der Banken, die sogenannte Volcker-Regel. Trump hatte wiederholt kritisiert, Dodd-Frank gebe der Finanzaufsicht so viel Macht, dass die US-Banken nicht richtig funktionieren und Geld verleihen könnten. 

(Reuters)