Ein Viertel der Krankenversicherungen hat nicht ausreichend Reserven

Ein Viertel der Krankenversicherungen, nämlich 14 von 59, hat zumindest vorübergehend nicht über genügend finanzielle Reserven verfügt. Dies ergab der Solvenztest vom September 2016 des für die Aufsicht zuständigen Bundesamtes für Gesundheitswesen (BAG).
06.04.2017 14:51

Bei den 14 Kassen, die nicht über ausreichende Reserven verfügten, wurde die Aufsichtstätigkeit verstärkt, wie dem am Donnerstag veröffentlichten Tätigkeitsbericht der Aufsichtsbehörde zu entnehmen ist. Sie mussten der Aufsichtsbehörde quartalsweise oder sogar monatlich über den Gang ihrer Geschäftstätigkeit berichten.

Bei einer Kasse verfügte die Aufsichtsbehörde sogar eine unterjährige Prämienerhöhung. Der Versicherer musste per 1. September 2016 die Prämien im Durchschnitt um 20% erhöhen, weil seine finanzielle Situation gefährdet war, wie das BAG weiter mitteilte.

Aus dem Tätigkeitsbericht der Aufsichtsbehörde geht weiter hervor, dass von den 2015 vom BAG zugelassenen Krankenversicherern 26 ein positives Betriebsergebnis erzielten. 33 Krankenversicherer wiesen demgegenüber einen Verlust aus.

Der gesamte Betriebsverlust der 59 Krankenversicherer belief sich auf 607 Mio CHF. Die Reserven der Versicherer nahmen entsprechend von 6,667 Mrd auf 6,061 Mrd CHF ab.

Stabilisiert haben sich die Verwaltungskosten. Sie stiegen 2015 pro Versicherten von 158,20 CHF im Vorjahr auf 159,55 CHF. In Prozent der Prämien ausgedrückt nahmen die Verwaltungskosten von 5,0 auf 4,9% ab.

dm

(AWP)