Einige EZB-Währungshüter wollten geringere Notfall-Anleihenkäufe

Einige Währungshüter haben auf der EZB-Zinssitzung am Donnerstag Insidern zufolge angesichts besser Konjunktur- und Inflationsaussichten eine Tempo-Verringerung bei den Krisen-Anleihenkäufen gewünscht. Drei Euro-Wächter des 25-köpfigen EZB-Rats hätten sich für weniger Käufe im Rahmen des Anleihen-Kaufprogramms PEPP ausgesprochen, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das PEPP-Programm ist zur Zeit eine der wichtigsten Waffen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Pandemie.
10.06.2021 19:02

Andere Ratsmitglieder wiesen den Insidern zufolge zudem auf die geringe Marktliquidität in den Sommermonaten hin. Sie hätten argumentiert, weniger Handel und geringe Börsenliquidität bedeuteten in dieser Zeit, dass schon ein niedrigeres Kaufvolumen ausreichen würde, um die gleiche geldpolitische Wirkung zu erzielen. Dies beinhalte auch, dass die EZB in den Sommermonaten flexibel bei der Umsetzung der Käufe vorgehen müsse. Die EZB wollte die Informationen nicht kommentieren.

Am Ende sei die geplante Einführungsmitteilung, die Notenbank-Chefin Christine Lagarde zu Beginn einer jeden Pressekonferenz hält, aber schnell genehmigt worden, sagten die Insider. Diese Ausführungen enthalten stets die wichtigsten Aussagen zur Geldpolitik. Darin hiess es am Donnerstag zum Kaufprogramm PEPP, dass die Käufe im nächsten Quartal weiterhin mit deutlich höherem Tempo erfolgen sollen als in den ersten Monaten des Jahres.

Derzeit kaufen die Währungshüter im Rahmen von PEPP Staatsanleihen, Firmenanleihen und andere Titel im monatlichen Volumen von etwa 80 Milliarden Euro. Im ersten Quartal waren es teilweise nur rund 60 Milliarden Euro gewesen.

(AWP)