Einigung zu globaler Bankenregulierung steht kurz bevor

Die Verhandlungen über eine Reform der weltweiten Kapitalvorschriften für Geldhäuser stehen laut Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret vor dem Durchbruch. "Wir sind kurz vor einer Einigung", sagte Dombret am Mittwoch auf einer Veranstaltung in New York laut Redetext.
11.10.2017 14:44

Ein Abschluss würde weltweite Mindeststandards für die Regulierung international tätiger Banken bringen. Dombret ist im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig. Als einer der Vertreter Deutschlands im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ist er aktiv an den Verhandlungen beteiligt.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters steuern die USA und Europa beim Hauptstreitpunkt auf einen Kompromiss zu. Dabei geht es um die Frage, in welchem Ausmass Banken die Risiken in ihren Bilanzen mit internen Modellen herunterrechnen dürfen.

Die USA hatten gefordert, dass der nach internen Modellen errechnete Kapitalbedarf von Instituten ("Output Floor") nicht unter die Grenze von 75 Prozent des nach einem Standard-Modell ermittelten Werts fallen sollte. Europa dagegen hatte bis zuletzt auf ein Niveau von eher 70 Prozent gedrängt. Nun ist laut Insidern aus Regulierungsbehörden und Bankenbranche ein Kompromiss bei 72,5 Prozent wahrscheinlich.

Die Verhandlungen zur sogenannten Basel-III-Reform ziehen sich schon seit langem hin. Die globalen Bankenregulierer hatten das Reformpaket im Auftrag der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) 2010 auf den Weg gebracht.

Das letzte Stück der Reform sind die neuen Regeln zu den Kapitalvorgaben. Diese hätten eigentlich spätestens im Januar dieses Jahres beschlossen werden sollen.

(AWP)