Einkommenskluft in OECD-Ländern so gross wie nie

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor gesellschaftlicher Spaltung durch wachsendes Auseinanderklaffen der Einkommen gewarnt. "Die Einkommensungleichheit ist beispiellos im Moment und gefährdet den sozialen Zusammenhalt", sagte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría am Dienstag bei einer Konferenz in Berlin. Laut OECD ist das Einkommensgefälle auf dem höchsten Stand seit 50 Jahren.
13.06.2017 11:20

Das durchschnittliche verfügbare Einkommen der reichsten 10 Prozent der Bevölkerung stieg im OECD-Raum demnach auf über das Neunfache des Einkommens der ärmsten 10 Prozent. Vor einem Vierteljahrhundert war es nur siebenmal so hoch.

Der Anteil der Jobs für mittelqualifizierte Arbeitskräfte fiel zwischen 1995 und 2015 um 7,6 Prozentpunkte. Der Anteil an Arbeitsplätzen für Hoch- und Geringqualifizierte stieg dagegen im selben Zeitraum um 5,3 beziehungsweise 2,3 Punkte, wie ein neuer OECD-Beschäftigungsausblick zeigt. Viele Fabrikarbeiter hätten schlechter bezahlte Dienstleistungsjobs annehmen müssen. Neun Prozent der Arbeitsplätze in den OECD-Ländern könnten in den kommenden Jahren automatisiert werden.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zeigte sich optimistisch, "dass der Transformationsprozess der Digitalisierung und Globalisierung gut gemeistert werden kann". Wegen der schnellen technischen Entwicklung sei die Zeit aber knapp. "Es geht nicht immer ohne Ruckeln."/bw/DP/zb

(AWP)