Energiemarkt - RWE-Chef erwartet sinkende Gaslieferungen aus Russland

Der Vorstandschef des Energiekonzerns RWE , Markus Krebber, geht davon aus, dass Russland die Gaslieferungen nach Europa allmählich verringert.
22.05.2022 15:24
Gaskraftwerk Duisburg-Huckingen, betrieben von RWE.
Gaskraftwerk Duisburg-Huckingen, betrieben von RWE.
Bild: imago images / Jochen Tack

Deutschland könne bis Frühjahr 2025 von russischem Gas unabhängig sein, wenn die nötige Infrastruktur zügig ausgebaut werde, fügte Krebber hinzu. "Einigermassen handhabbar wären die Versorgungsprobleme vielleicht schon ein Jahr vorher."

Für den Fall eines Gasmangels plädierte Krebber dafür, die Verteilung des Gases weitgehend dem Markt zu überlassen. "Wir brauchen ein dreistufiges Verfahren: Es gibt bestimmte Kunden, die absolut schützenswert sind, etwa im Gesundheitssektor. Zweitens sind Preissignale auch in Mangelsituationen das beste Mittel, um ein knappes Angebot effizient zu verteilen", meinte der Topmanager. "Drittens brauchen wir Anreize zur Substitution und zum Sparen." Privathaushalte könnten nicht zu Einsparungen gezwungen werden.

RWE selbst sei inzwischen weitgehend unabhängig von russischem Gas, sagte der Konzernchef der Zeitung. "Wir haben noch einen Vertrag für eine Restmenge aus Russland, der Ende nächsten Jahres ausläuft. Aber die Grössenordnung ist nicht wirklich relevant für uns. Für uns ist die Lage handhabbar."

(AWP)

 
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