Erderwärmung - Klimamassnahmen Chinas und Indiens gleichen Trumps Politik aus

Dank einer strengeren Klimapolitik in China und Indien dürfte die globale Erderwärmung einer Studie zufolge etwas weniger schlimm ausfallen als bisher angenommen.
19.11.2017 06:55
Der CO2-Ausstoss wie hier durch einen Autoauspuff steigt weiter.
Der CO2-Ausstoss wie hier durch einen Autoauspuff steigt weiter.
Bild: Pixabay

Bis zum Jahr 2100 werde die Temperatur auf der Erde wohl um 3,4 Prozent steigen, heisst es in dem diese Woche bei der Klimakonferenz in Bonn veröffentlichten "Carbon Action Tracker" (CAT), an dem drei unabhängige europäische Forschungsgruppen beteiligt sind. Vor einem Jahr wurde noch ein Anstieg von 3,6 Prozent prognostiziert.

"Es ist das erste Mal seit Beginn der CAT-Erhebungen 2009, dass die Politik auf nationaler Ebene messbar die Schätzungen für die Temperaturen am Ende des Jahrhunderts reduziert", heisst es in der Studie. Demnach dürfte China sein im Pariser Weltklima-Abkommen vereinbartes Ziel übererfüllen, den Höchststand beim Ausstoss von klimaschädlichem Kohlendioxid 2030 zu erreichen. Auch Indien mache Fortschritte, den durch Kohlekraftwerke verursachten Ausstoss zu verringern.

Nach UN-Angaben zerstört aber auch ein Temperaturanstieg von drei Grad Korallenriffe und bringt Gletscher sowie das Eis in der Arktis im Sommer zum Schmelzen. Einer anderen, am Montag veröffentlichten Studie zufolge dürfte der CO2-Ausstoss in diesem Jahr um zwei Prozent steigen. Damit wären Hoffnungen zunichtegemacht, dass der Höhepunkt weltweit erreicht sein könnte. Hauptverursacher für den Anstieg war demnach China mit einem Plus von 3,5 Prozent.

Im Gegensatz zur internationalen Gemeinschaft bezweifelt US-Präsident Donald Trump, dass die Erderwärmung von Menschen verursacht wird. Er will Arbeitsplätze in der US-Industrie schaffen, die fossile Brennstoffe verwendet. Das Pariser Klima-Vertrag lehnt er ab.

(Reuters)