Erdogan hofft auf Verbesserungen der Beziehungen zur EU

In der Krise mit Europa hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vor dem EU-Gipfel in Brüssel versöhnliche Töne angeschlagen. Europa habe die Türkei zwar "sehr gekränkt", aber die Türkei werde die Beziehungen "weiterführen, ohne sie abzubrechen", sagte Erdogan auf seiner Rückreise aus Polen, wie türkische Medien am Donnerstag berichteten. "Natürlich erwarten wir auch von unseren Ansprechpartnern eine positive Annäherung", sagte er weiter. "Ich wünsche mir, dass das einen guten Ausgang nimmt."
19.10.2017 12:03

Aussenminister Mevlüt Cavusoglu bezeichnete die EU-Mitgliedschaft am Donnerstag auf einer Konferenz des Senders TRT in Istanbul als "strategisches Ziel". Er betonte jedoch auch, dass das türkische Volk "enttäuscht" sei und den Beitrittsprozess nicht mehr unterstütze.

Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei ist seit langem angespannt. Vor allem die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara haben sich seit dem Putschversuch im Juli 2016 deutlich verschlechtert. Die Bundesregierung fordert unter anderem die Freilassung von elf aus politischen Gründen inhaftierten Deutschen. Darunter der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, der Menschenrechtler Peter Steudtner und die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu.

Am Donnerstag und Freitag beraten die Staats-und Regierungschefs der EU in Brüssel unter anderem um die europäische Flüchtlings- und Verteidigungspolitik und das Verhältnis zur Türkei./jam/DP/jha

(AWP)