Erhöhung des Rentenalters in der Schweiz hat schweren Stand

Die automatische Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre im Falle einer Schieflage der AHV kommt bei der Schweizer Bevölkerung im Erwerbsalter laut einer weiteren Umfrage schlecht an.
11.09.2016 09:57
Zwei Rentner geniessen den Ruhestand.
Zwei Rentner geniessen den Ruhestand.
Bild: Pixabay

63% der Befragten wollen von einem solchen Automatismus demnach nichts wissen. Wie die Umfrage im Auftrag der Zeitung "Schweiz am Sonntag" ergab, befürworten nur 23% der Befragten die automatische Erhöhung, welche die zuständige Nationalratskommission kürzlich vorschlug. 14% haben keine Meinung. Noch ist nicht sicher, dass das Parlament den Automatismus auch beschliessen wird.

Schon in früheren Umfragen sprach sich eine Mehrheit gegen die Erhöhung des Rentenalters von 64/65 auf 67 Jahre aus. In einer Umfrage des Medienhauses Tamedia sprachen sich Mitte Juni 57% der Befragten dagegen aus. Eine weitere Umfrage des Vermögensverwalters AXA Investment Managers ergab ebenfalls Skepsis für ein "von oben verordnetes höheres Rentenalter".

Weiter ergab die neue Umfrage, dass rund die Hälfte der Bevölkerung unter 65 Jahren die finanzielle Situation der AHV als eher weniger sicher einschätzt. Stärker ist diese Haltung bei den unter 40-Jährigen: Über 60% von ihnen schätzt das Sozialwerk für eher wenig oder gar nicht sicher ein.

Für die Umfrage befragte das Institut Marketagent.com online 1122 Stimmberechtigte zwischen 18 und 65 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz. Die Erhebung fand vom 29. August und dem 7. September statt.

In der Umfrage fragte das Institut auch nach der Zustimmung zur Volksinitiative AHVplus, über die am 25. September abgestimmt. Eine relative Mehrheit von 34% will demnach Ja stimmen, 25% Nein. Die grösste Gruppe - 41% - ist unschlüssig. Die Aussagekraft ist beschränkt, da die über 65-Jährigen in der Umfrage fehlen. Diese würden aber direkt vom 10-prozentigen Zuschlag auf AHV-Renten profitieren.

(AWP)