Ermittler verhören Samsung-Erben erneut zu Korruptionsvorwuf

Ermittler in Südkorea haben erneut den inhaftierten Erben des Samsung-Imperiums wegen Korruption und anderer Vorwürfe vernommen. Dabei geht es um die Verwicklung des grössten südkoreanischen Mischkonzerns in den Korruptionsskandal um eine Vertraute der vorläufig entmachteten Präsidentin Park Geun Hye.
26.02.2017 11:23

Der Vizevorsitzende des Smartphone-Marktführers Samsung Electronics, Lee Jae Yong, sei am Sonntag den zweiten Tag nacheinander befragt worden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Seit seiner Verhaftung am 17. Februar wurde Lee bereits fünfmal verhört.

Der Sohn des erkrankten früheren Konzernchefs Lee Kun Hee hat die Vorwürfe bestritten. Samsung soll hohe Summen an Unternehmen und Stiftungen der umstrittenen Park-Freundin Choi Soon Sil gezahlt und im Gegenzug politische Unterstützung für die Fusion zweier Konzerntöchter vor zwei Jahren erhalten haben. Kritiker sahen in der Fusion eine Stärkung der Gründerfamilie. Lee wird neben Bestechung, Untreue und Meineid auch beschuldigt, Gewinne aus Straftaten verborgen zu haben.

Es wird erwartet, dass gegen Lee und andere Beschuldigte in dem Skandal, einschliesslich einiger früherer Berater der Präsidentin, in den nächsten Tagen Anklage erhoben wird. Das Mandat für den ermittelnden Sonderstaatsanwalt endet am Dienstag. Ob der geschäftsführende Präsident Hwang Kyo Ahn das Mandat um einen Monat verlängert, war zunächst unklar.

(AWP)