Ermotti: «Noch zu früh, Brexit-Folgen abzuschätzen»

Laut Konzernchef Sergio Ermotti kann die UBS auf Veränderungen reagieren, die durch das Austrittsvotum der Briten aus der EU entstehen. Sorgen macht ihm der EU-Marktzutritt der Schweizer Banken.
28.06.2016 09:12
Von Marc Forster, Bern
Sergio Ermotti, CEO der UBS.
Sergio Ermotti, CEO der UBS.
Bild: Bloomberg

"Als globale Grossbank sind wir gewohnt, uns auf Veränderungen einzustellen", sagte Ermotti am Morgen in Bern. Mit dem Brexit-Votum beginne ein mehrjähriger Prozess, dessen Ausgang noch nicht abgeschätzt werden könne. Unsicherheit sei aber "Gift" für die Finanzmärkte, sagte der UBS-Chef anlässlich des Swiss International Finance Forums (SIFF).

Die Unsicherheit bestehe nicht nur in Grossbritannien, sondern der ganzen Welt. Die Glaubwürdigkeit des europäischen Projekts sei beschädigt. "Das Konstrukt Europa ist nicht nachhaltig." Vielleicht sei es nun möglich, dass sich Europa in eine andere Richtung bewege. Europa müsse föderaler werden.

Derzeit ist unklar, wann und unter welchen Bedingungen Grossbritannien austritt: "Es wäre schon gut zu wissen, wenn die Verhandlungen nur zwei Jahre dauern würden", sagte Ermotti. Aus Schweizer Sicht müsse weiter verhandelt werden. Der Marktzutritt für Schweizer Banken in der EU müsse verbessert werden. Er kritisiert, dass dies bei Verhandlungen mit anderen Ländern nicht als Bedingung gesetzt wurde: "Das ist schwierig zu verstehen."