Erneuerbare Energien sollten laut Forschern weiter gefördert werden

Eine weitere Förderung erneuerbarer Energien nach dem Auslaufen der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) ist aus der Sicht von Forschenden sinnvoll, wenn die Schweiz die Entwicklung ihrer Stromversorgung eigenständig steuern möchte.
17.01.2017 16:51

Ziel einer Förderung erneuerbarer Energien nach der KEV sollte die Versorgungssicherheit sein, heisst es in einem am Dienstag veröffentlichten "White Paper" des Schweizer Energieforschungszentrums SCCER CREST. Diese könne entsprechend der Energiestrategie 2050 durch den Ausbau der erneuerbaren Energien gestärkt werden.

Die Ziele könnten mit zwei Gruppen von Massnahmen erreicht werden: Entweder mit flexiblen Mengeninstrumenten wie Quoten oder Ausschreibungen oder mit flexiblen Preisinstrumenten wie Einspeiseprämien.

Beide Massnahmen könnten marktnah gestaltet und so umgesetzt werden, dass eine sichere Kontrolle der Gesamtkosten möglich sei. Ein gutes Design der Massnahmen sei dabei entscheidend. Daher sei es wichtig, möglichst zeitnah mit der Planung zu beginnen, heisst es.

KLIMA- UND ENERGIELENKUNGSSYSTEM GEPLANT

Voraussichtlich 2018 sollen keine neuen Anlagen mehr über KEV-Tarife gefördert werden. Ausserdem soll es ab dem Jahr 2031 auch keine neuen Investitionsbeiträge beziehungsweise Einmalvergütungen mehr geben.

Die Energiestrategie 2050 sieht vor, dass die Fördermassnahmen für erneuerbare Energien durch ein Klima- und Energielenkungssystem (KELS) ersetzt wird, das Abgaben auf Brenn- und Treibstoffen sowie Strom erhebt.

Dieser angedachte KELS-Mechanismus könne zwar den Neubau fossiler Kraftwerke in der Schweiz vermeiden. Jedoch garantiere er nicht, dass in der Schweiz in erneuerbare Stromerzeugung investiert werde.

ANSTIEG DER STROMIMPORTE ERWARTET

Stattdessen sei davon auszugehen, dass die Stromimporte anstiegen. Das heisse, ohne weitere Massnahmen würden Investitionen in erneuerbare Energien von den europäischen Marktentwicklungen sowie globalen Kostenentwicklungen abhängig sein.

Wenn die Schweiz die Entwicklung ihrer Stromversorgung eigenständig steuern wolle, seien daher ergänzende Massnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien notwendig.

Die SCCER CREST weist zudem darauf hin, dass die externen Kosten konkurrierender Technologien im europäischen Markt nicht vollständig internalisiert sind. So lägen beispielsweise die Preise für CO2-Emissionen deutlich unter den Schätzungen für die verursachten Schäden. Die Förderung erneuerbarer Energien könne diesen Marktverzerrungen entgegenwirken.

Das Competence Center for Research in Energy, Society and Transition (CREST) trägt zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 bei, indem es detaillierte, forschungsbasierte Handlungsempfehlungen erarbeitet. Diese Empfehlungen sollen dabei helfen, die Energienachfrage zu reduzieren, Innovationen zu fördern und den Anteil der regenerativen Energieerzeugung in einer kosteneffizienten Weise zu erhöhen.

In CREST arbeiten Forschungsgruppen aus neun grossen Schweizer Forschungsinstitutionen zusammen. CREST ist eines der acht von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) geförderten Swiss Competence Centers for Energy Research (SCCER).

cp/

(AWP)