Erwerbsausfälle wegen Unfällen und Krankheit laut Bundesrat ausreichend gedeckt

Wer wegen einer Krankheit oder nach einem Unfall nicht arbeiten kann, ist in den meisten Fällen genügend für den Erwerbsausfall abgesichert. Das hält der Bundesrat in einem Bericht zur Koordination zwischen Taggeldversicherungen einerseits sowie IV und Pensionskassen andererseits fest.
28.06.2017 13:20

Den Bericht bestellt hatte der Nationalrat mit einem Postulat aus der SP-Fraktion. Er sollte "Probleme bei der Koordination zwischen den Taggeldversicherungen und den Regelungen für Invalidität in der ersten und der zweiten Säule" erläutern.

Der Bundesrat ist nun zum Schluss gekommen, dass diese Koordination gut funktioniert, wie das Eidg. Departement des Innern am Mittwoch mitteilte. Obwohl eine Krankentaggeldversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, ist ein Grossteil der Versicherten umfassend abgesichert für Erwerbsausfälle wegen Krankheit oder Unfall.

Insgesamt ist die Bilanz für die Leistungskoordination in den Augen des Bundesrates positiv. Allerdings spricht er auch einen Interessenkonflikt an, der im Sinn von "best practice" gelöst werden muss: Die privaten Versicherungen möchten, dass die IV möglichst rasch Leistungen zuspricht, weil sie dann entlastet werden.

Die IV wiederum hat Interesse daran, dass die Versicherungen die Taggelder bezahlen, bis der Entscheid über IV-Leistungen vorliegt - sind die Betroffenen finanziell gesichert, fördert dies den Erfolg der Wiedereingliederung.

Der Bundesrat ist der Ansicht, dass ein Obligatorium für eine Krankentaggeldversicherung nicht angezeigt ist - die Frage war bereits 2009 geprüft worden. Sozialpartnerschaftliche Lösungen seien vorzuziehen, heisst es im Bericht.

(AWP)