Ethos: Widerstand an Generalversammlungen nimmt zu

Ethos hat an den diesjährigen Generalversammlungen einen steigenden Widerstand der Aktionäre festgestellt. Es seien 14% der Anträge mit weniger als 90% Ja-Stimmen von den Aktionären angenommen worden, im Vergleich zu 12% im vergangenen Jahr, teilt die Anlagestiftung am Dienstag mit. Bei Abstimmungen über die Vergütungen der Führungskräfte zeigten sich die Aktionäre demnach besonders kritisch.
22.08.2017 11:30

Im Rahmen einer jährlichen Studie wurden die 200 börsenkotierten SPI-Unternehmen untersucht. Die durchschnittliche Zustimmungsquote der vorgelegten Traktanden habe dabei 95,4% nach 96,3% im Jahr 2016 betragen. 7% der Anträge erhielten weniger als 80% Zustimmung nach 4%. 27 Anträge wurden von der Generalversammlung abgelehnt.

Besonders umstritten waren Anträge im Zusammenhang mit den Vergütungen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung. So wurden laut Ethos 21% der Konsultativabstimmungen über den Vergütungsbericht von weniger als 80% der Aktionäre unterstützt. 2016 waren es 16%. Die durchschnittliche Ablehnungsquote betrug beim Vergütungsbericht 13,3%, im Vergleich zu 11% im Vorjahr.

Ethos fordert anlässlich der Veröffentlichung der Studie vom Gesetzgeber, die Wiedereinführung des Verbots, prospektiv über die variable Vergütung der Geschäftsleitung abzustimmen. Um den Aktionären eine bessere Kontrolle allfälliger Exzesse zu ermöglichen, sei es notwendig, dass sie über die effektiven variablen Vergütungen entsprechend der Resultate des Unternehmens abstimmen könnten, so die Aussage.

ys/cf

(AWP)