EU-Ausschuss nimmt Beratung über Unkrautgift Glyphosat auf

Experten der EU-Länder haben ihre Beratungen über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat aufgenommen. Sie kamen am Mittwochmorgen in Brüssel zusammen. Kurz vor der Sitzung teilte die belgische Regierung mit, dass sie gegen eine Zulassung des Mittels für weitere sieben oder zehn Jahre sei. Vielmehr schliesse man sich der Forderung des Europaparlaments nach einem Verbot bis 2022 an, erklärte Agrarminister Denis Ducarme der Nachrichtenagentur Belga.
25.10.2017 10:36

Das Herbizid gilt als sehr wirksam und wird massenhaft eingesetzt, steht aber im Verdacht, Krebs zu erregen und die Umwelt zu belasten. Die EU-Kommission hatte ursprünglich die weitere Zulassung für zehn Jahre beantragt, war aber am Dienstag auf fünf bis sieben Jahre zurückgegangen. Kurz zuvor hatte das Europaparlament die Forderung aufgestellt, das Mittel bis 2022 schrittweise zu verbieten.

Die Zulassung für das Mittel in Europa läuft Ende des Jahres ab, wenn sie nicht erneuert wird. Die Entscheidung liegt bei einem Gremium mit Experten der EU-Länder, dem sogenannten PAFF-Komitee (Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed). Ob am Mittwoch abgestimmt wird, ist unklar.

Die Bundesregierung hatte bis zuletzt keine Position festgelegt, weil sie sich uneins ist. Für diesen Fall ist Enthaltung vorgesehen. Damit war zuletzt keine Mehrheit für oder gegen die weitere Zulassung abzusehen. Kommt keine Mehrheit zustande, könnte die EU-Kommission entscheiden oder ein Vermittlungsverfahren starten.

Glyphosat ist ein Wirkstoff des US-Konzerns Monsanto, den der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer übernehmen will./vsr/DP/zb

(AWP)