EU-Aussenbeauftragte sieht keinen Machtverlust der EU nach Brexit

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini befürchtet keinen internationalen Machtverlust der Europäischen Union nach dem EU-Austritt Grossbritanniens. Wirtschaftlich, beim Handel und in der humanitären und Entwicklungshilfe werde die Staatengemeinschaft auch nach dem Brexit weiterhin weltweit führend bleiben, sagte Mogherini am Freitag auf einer Konferenz in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Auswirkungen auf die Aussen- oder Verteidigungspolitik sehe sie ebenfalls nicht.
12.05.2017 19:37

"Ich denke, dass Grossbritannien viel mehr Problemen gegenüberstehen wird als wir nach dem Brexit. Allein die Tatsache, dass sie mehr als neun Monate benötigten, um die Verhandlungen nach dem Ausgang des Referendums aufzunehmen, sagt einem, es ist viel komplizierter als sie es sich ausgerechnet haben", sagte Mogherini. London hatte Ende März offiziell das Austrittsgesuch gestellt. Ein Abkommen muss bis März 2019 ausgehandelt und ratifiziert sein.

Mogherini plädierte in Tallinn für eine gemeinsame EU-Aussenpolitik, die "wichtiger als je zuvor" sei. "In der heutigen Welt gibt es keinen anderen Weg", sagte die EU-Chefdiplomatin. Im Verhältnis von Mächten von kontinentaler Grösse wie den USA, China und Indien müsse man Grösse und Gewicht haben, um Einfluss nehmen zu können./awe/DP/stk

(AWP)