EU-Geldsegen für interdisziplinäre Forschungsprojekte in der Schweiz

Der Europäische Forschungsrat ERC fördert mit insgesamt 250 Millionen Euro 27 interdisziplinäre Projekte in Europa. Einige der "ERC Synergy Grants" genannten Stipendien gehen teils in die Schweiz, zum Beispiel um die Anfänge der europäischen Landwirtschaft zu ergründen.
23.10.2018 14:08

Mit maximal zehn Millionen Euro über bis zu sechs Jahre hinweg können die ausgewählten Projekte ein interdisziplinäres Vorhaben verwirklichen. Die "ERC Synergy Grants" wurden nach einer "Pilotrunde" in 2012 erst das zweite Mal ausgeschrieben für Gruppen von zwei bis vier Forschungspartnern, die gemeinsam ein Projekt umsetzen wollen.

Die "ERC Synergy Grants" gehören zu den unter Wissenschaftern heiss begehrten EU-Fördermitteln im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms "Horizon 2020". Weniger als zehn Prozent der eingereichten Anträge wurden bewilligt, wie der ERC am Dienstag mitteilte.

Zu den erfolgreichen Bewerbern gehörten auch sechs Projekte mit Beteiligung Schweizer Forschungsinstitutionen. So will beispielsweise ein Team der Universität Bern mit Kollegen aus Oxford und Thessaloniki Seen im südlichen Balkan untersuchen, um herauszufinden, wie sich Klima, Umwelt und Landwirtschaft in den letzten 10'000 Jahren entwickelt und gegenseitig beeinflusst haben.

Das Projekt kombiniere Unterwasserarchäologie mit Methoden der Ökologie und Biologie, um ein kulturhistorisch hoch interessantes Gebiet zu erforschen: die Wiege der europäischen Landwirtschaft, wie die Uni Bern in einer Mitteilung schrieb.

In einem anderen Projekt namens "BrainPlay" arbeiten Forschende um Daphne Bavelier von der Universität Genf mit Kollegen aus Deutschland zusammen, um neue Einblicke in das lernende Gehirn zu erlangen. Bei einer Zusammenarbeit der Universität Zürich mit der Universität Kopenhagen und dem Spanish National Center for Biotechnology in Madrid geht es darum, Moleküle in höchster Auflösung abzubilden.

Für die nächste Runde der Synergy Grants stehen sogar insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung, wie der ERC bekanntgab. Erstmals dürfe dabei auch einer der Forschungspartner aus einem Land ausserhalb der EU oder der assoziierten Länder stammen.

(AWP)