EU gibt Banken vier Jahre Zeit für Aufbau von Krisenpuffer

Grossbanken in der Euro-Zone sollen maximal vier Jahre Zeit zum Aufbau zusätzlicher Finanzpuffer für den Krisenfall erhalten. Erstmals würden verpflichtende Ziele für die Mehrheit der grössten und komplexesten Finanzkonzerne in der Euro-Zone gesetzt.
22.11.2017 17:24

Dies erklärte der Systemrisikorat (SRB), der in der Euro-Zone für die geordnete Abwicklung gescheiterter Banken verantwortlich ist, am Mittwoch. Die Namen oder die Zahl der Banken, für die die in der Branche unter dem Schlagwort MREL bekannten Puffer gelten, nannte der SRB nicht. Die Kapitallücke bei einer Auswahl von 76 Banken schätzte er auf 117 Milliarden Euro.

Die Puffer bestehen aus Fremdkapital, also zumeist Anleihen, die in einer Krise herangezogen werden können, um Verluste aufzufangen: entweder, indem sie abgeschrieben oder in Eigenkapital umgewandelt werden.

Nach dem Recht von Nicht-EU-Staaten aufgenommenes Fremdkapital werde als Puffer nur dann angerechnet werden, wenn eine Bank darlegen kann, dass es im Krisenfall einfach abgeschrieben oder umgewandelt werden kann, erklärte der SRB.

Damit würden nach dem Brexit möglicherweise Anleihen, die nach britischem Recht begeben wurden, nicht mehr anerkannt. Durch die Puffer soll verhindert werden, dass die Steuerzahler bei einer Krise zur Kasse gebeten werden.

Experten schätzen, dass die betroffenen Institute zwischen 186 und 276 Milliarden Euro frische Mittel aufnehmen müssen. Der SRB ist für insgesamt 142 Banken zuständig. Für die kleineren unter ihnen sollen die MREL-Ziele später festgelegt werden. Für weltweit systemrelevante Häuser wie die Deutsche Bank, UniCredit und BNP Paribas gelten sie schon von 2019 an.

(AWP)