EU-Gipfel geht weiter mit Beratungen über Reformen und Brexit

(Aktualisierte Fassung) - Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am Freitagmorgen ihr Gipfeltreffen in Brüssel fortgesetzt. Bei einem Frühstück diskutieren sie über Vorschläge von Ratspräsident Donald Tusk für eine EU-Reformagenda. Anschliessend beraten dann die in der EU verbleibenden 27 Chefs über den Stand der Brexit-Verhandlungen.
20.10.2017 10:45

Anders als von London erhofft, wird der Gipfel noch nicht grünes Licht für den Übergang in die zweite Verhandlungsphase zu den künftigen Beziehungen geben. Grund sind fehlende konkrete Zusagen Londons bei den milliardenschweren Finanzforderungen der EU.

Der belgischen Premierminister Charles Michel sagte kurz vor Gipfelbeginn: "Wir denken, wir sollten so schnell wie möglich zur zweiten Phase kommen. Dafür müssen aber Fortschritte erzielt werden, und das ist heute noch nicht der Fall."

Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite sagte, man hoffte nun, "dass es einen Erfolg im Dezember gibt". London müsse dafür "von Worten zu Taten" übergehen. Für beide Seiten sei es an der Zeit, "zu echten Verhandlungen zu kommen und nicht über Rhetorik in den Medien zu verhandeln".

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte nach dem ersten Gipfeltag klargemacht, dass sie sich dafür einsetzen werde, dass eine Vereinbarung mit Grossbritannien zum Brexit zustande komme. "Ich will eindeutig ein Abkommen und nicht eine irgendeine unvorhersehbare Lösung", sagte sie. "Daran arbeiten wir sehr intensiv."

(AWP)