EU-Kommissar droht Portugal und Spanien

EU-Kommissar Günther Oettinger droht den Defizitsündern Portugal und Spanien mit der Kürzung milliardenschwerer Zahlungen, sollte die Länder ihre Haushalte nicht in Ordnung bringen.
30.07.2016 13:20
Die EU-Kommission hat beschlossen, keine Bussgelder gegen Portugal und Spanien zu verhängen.
Die EU-Kommission hat beschlossen, keine Bussgelder gegen Portugal und Spanien zu verhängen.
Bild: cash

"Unsere Drohung, die Strukturmittel aus dem EU-Haushalt für Spanien und Portugal im nächsten Jahr zu kürzen, ist ernst gemeint", sagte der Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft dem "Spiegel" vom Samstag. Beide Länder müssten dringend ihre Haushalte in Ordnung bringen, "wenn sie die Milliardentransfers nicht riskieren wollen".

Am Mittwoch hatte die EU-Kommission beschlossen, keine Bussgelder gegen Portugal und Spanien zu verhängen, trotz deren Verstössen gegen den Stabilitätspakt. Oettinger sagte, er habe "deutlich für eine massvolle Geldbusse plädiert". Auch andere Kollegen hätten sich für Sanktionen ausgesprochen.

Während Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem das Vorgehen der Brüsseler Behörde als enttäuschend bezeichnet hatte, nannte das Bundesfinanzministerium in Berlin die Begründung nachvollziehbar. EU-Vertretern zufolge soll sich Minister Wolfgang Schäuble bei mehreren EU-Kommissaren für den Strafverzicht eingesetzt haben.

(Reuters)