EU-Kommissar: 'Paradise Papers' erhöhen Druck für neue Steuerregeln

Die neuen Veröffentlichungen zu globaler Steuervermeidung erhöhen aus Sicht der EU-Kommission die Notwendigkeit für mehr Transparenz in Europa. "Eine Reihe von Dingen wurde bereits getan, aber es muss noch mehr geschehen", sagte EU-Finanzkommissar Valdis Dombrovskis am Rande eines Treffens der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel. Dazu gehöre etwa eine öffentliche und länderspezifische Berichterstattungspflicht von Konzernen über Gewinne und gezahlte Steuern.
06.11.2017 16:03

Auch aus dem EU-Parlament mehren sich kritische Stimmen: "Die Bundesregierung muss ihre Blockaden gegen europäische Gesetze gegen Steuerdumping und Finanzkriminalität aufgeben", meinte der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold. "Grossunternehmen müssen ihre Steuerzahlungen länderbezogen transparent machen."

Der CSU-Europapolitiker Markus Ferber meinte, auch innerhalb der EU gebe es ein Problem mit Steueroasen. "Das reicht vom Vereinigten Königreich (Grossbritannien) und den zugehörigen Überseegebieten über Malta bis hin zu Madeira. Solange wir das nicht in den Griff bekommen, ist es unglaubwürdig, mit dem Finger auf andere zu zeigen."

In der EU wird seit geraumer Zeit der Kampf gegen Steuervermeidung vorangetrieben. So wird derzeit diskutiert, Digitalkonzerne künftig stärker zu besteuern. Bis Ende des Jahres soll zudem eine "Schwarze Liste" von Ländern erstellt werden, gegen die es steuerrechtliche Bedenken gibt./asa/DP/nas

(AWP)