EU-Kommission: Verbraucherschützer werfen VW Intransparenz vor

BRÜSSEL (awp international) - Volkswagen hat Kunden im Abgas-Skandal nach Einschätzung von Verbraucherschützern nur unzureichend informiert. Organisationen aus den meisten EU-Staaten klagten über einen "Mangel an Transparenz", sagte die zuständige EU-Kommissarin Vera Jourova am Montag in Brüssel. VW hat zugegeben, die Abgaswerte von Millionen Dieselautos mit einer speziellen Software geschönt zu haben.
05.09.2016 15:07

Der Konzern habe betroffene Kunden nicht ausreichend darüber informiert, wie Abhilfe geschaffen werden solle, hiess es ergänzend aus der Brüsseler Behörde. Zudem würden Verbraucher je nach EU-Land unterschiedlich behandelt.

Die EU-Kommission hatte Verbraucherschutz-Organisationen im Juli aufgefordert, Berichte zum Umgang mit dem Skandal in den verschiedenen EU-Staaten einzureichen. Am Donnerstag will Jourova nun Vertreter nationaler Verbraucherschutzbehörden treffen, für den 29. September sind Gespräche mit Aufsichtsbehörden aus den EU-Staaten geplant.

Auch ein erneutes Treffen mit VW-Vertretern sei auf Wunsch des Unternehmens in Vorbereitung, hiess es. Die EU-Kommission will den Informationsaustausch etwa zwischen nationalen Verbraucherschutz-Organisationen vorantreiben. Der "Welt" hatte Jourova gesagt, es würden überdies Informationen aus den Mitgliedstaaten ausgewertet, ob VW gegen europäische Verbraucherschutzgesetze verstossen haben könnte./hrz/DP/stb

(AWP)