EU-Kommissionschef Juncker sieht Bewegung bei Brexit-Gesprächen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht Bewegung bei den bislang sehr zähen Brexit-Gesprächen mit Grossbritannien. "In welche Richtung weiss ich nicht, aber ich hoffe, in die gute Richtung", sagte Juncker am Freitag in Brüssel. Er werde die britische Premierministerin Theresa May am 4. Dezember treffen. "Dann werden wir sehen, ob es ausreichenden Fortschritt gibt."
24.11.2017 10:59

May will am Freitag (16.30 Uhr) in Brüssel mit EU-Ratspräsident Donald Tusk über den Stand der Verhandlungen über den britischen EU-Austritt sprechen. Ob May neue Angebote mitbringt, liess sie selbst bei ihrem Eintreffen in Brüssel offen. Sie wiederholte lediglich, dass Grossbritannien auch künftig eine enge Partnerschaft mit der EU wünsche und die Verhandlungen darüber nun beginnen müssten.

Grossbritannien will die EU 2019 verlassen. Seit fünf Monaten wird über die Bedingungen verhandelt. Die EU hatte Grossbritannien eine zweiwöchige Frist für weitere Zugeständnisse gesetzt. Diese Frist läuft eigentlich am Freitag aus. Faktisch gab Juncker May aber nun Zeit bis übernächste Woche. Stellt die EU Mitte Dezember "ausreichenden Fortschritt" bei zentralen Trennungsfragen fest, können die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen beginnen.

Die EU fordert, dass Grossbritannien alle finanziellen Verpflichtungen aus der Zeit der EU-Mitgliedschaft erfüllt. Irland verlangt zudem Garantien, dass keine feste Grenze zum britischen Nordirland errichtet wird. Dritter Punkt sind die Rechte der rund 3,2 Millionen EU-Bürger in Grossbritannien und der 1,2 Millionen Briten auf dem Kontinent nach dem Brexit./vsr/DP/oca

(AWP)